Interview

Wie Eltern Jugendlichen helfen können, die nach der Schule nicht weiter wissen

Sonja Zellmann

Von Sonja Zellmann

Mo, 26. August 2019 um 14:50 Uhr

Liebe & Familie

BZ-Plus Die Prüfungen sind geschrieben, das Zeugnis abgeheftet – und nun? Viele Schulabgänger wissen nicht, wie es weitergehen soll. Warum das so ist und was hilft, weiß die Autorin Ulrike Bartholomäus.

Die Abifeier ist vorbei, das "Reifezeugnis" übergeben, den jungen Erwachsenen stehen alle Möglichkeiten offen. Doch viele scheinen davon überfordert zu sein, können ihre neu gewonnene Freiheit nicht wirklich genießen. Die Journalistin Ulrike Bartholomäus hat sich lange mit der großen Orientierungslosigkeit nach der Schule beschäftigt und ein lesenswertes Buch darüber geschrieben. Sonja Zellmann hat mit ihr über ihre Erkenntnisse gesprochen.

BZ: Einen Beruf, ein Studienfach zu finden, war noch nie ganz einfach, doch heute scheinen sich besonders viele Jugendliche nach dem Schulabschluss in einer Chillen-Jobben-Endlosschleife wiederfinden. Kann man das so sagen?

Bartholomäus: Absolut. Nicht zu wissen, wo es hingehen soll, ist von einem Minderheiten- zu einem Massenphänomen geworden. Es betrifft vor allem Abiturienten. Auch die Zahl der Studien- und Ausbildungsabbrecher ist gestiegen. Mehrere Faktoren, die diese Entwicklung begünstigen, haben in den letzten 20 Jahren zugenommen. Aber: Immerhin die Hälfte der jungen Erwachsenen weiß, was sie will.

BZ: Von welchen Faktoren sprechen Sie?

Bartholomäus: Erstmal sind die Jugendlichen heute schlicht jünger als früher, wenn sie fertig sind. Das liegt an der verkürzten Schulzeit im G8 und an der Tendenz, früher einzuschulen. Von beidem wird ja inzwischen wieder abgerückt. Hinzu kommt, bei den Jungs, die Abschaffung der Wehrpflicht vor acht Jahren. Außerdem sind Jugendliche heute mit 18 unreifer als noch vor etwa 20 Jahren. Das sage nicht ich, das sagt die Wissenschaft. Unter anderem liegt das daran, dass Kinder heute behüteter aufwachsen als die Generationen vor ihnen, dass sie weniger Zeit alleine verbringen. Die Eltern sind immer dabei ...

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