Krimireihe

Ulrike Folkerts feiert Jubiläum in ihrer Rolle als "Tatort"-Kommissarin Odenthal

Wolfgang Jung

Von Wolfgang Jung (dpa)

So, 17. November 2019 um 10:15 Uhr

Computer & Medien

30 Jahre, 70 Fälle: An diesem Sonntag zeigt das Erste den Jubiläums-"Tatort" von Ulrike Folkerts als Lena Odenthal. Eine 1991 ausgestrahlte Folge mit Ben Becker findet darin ihre Fortsetzung.

Der Mann ist verloren – das ist in der Jubiläumsfolge der dienstältesten "Tatort"-Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) schon in der ersten Szene klar. Mit strähnigem Haar und einer Plastiktüte voller Dosenbier stapft Polizist Stefan Tries (Ben Becker) durch den Regen, irgendwo in der pfälzischen Provinz. Es ist der Beginn eines Dramas über enttäuschte Liebe, Korruption und Einsamkeit. Am Ende stehen alle vor den Trümmern ihrer Träume.

"Die Pfalz von oben" heißt die Folge, die das Erste am Sonntag zeigt. Regisseurin Brigitte Bertele hat den Krimi zum 30. Geburtstag des "Lena-Odenthal"-Formats inszeniert. Es ist auch die mit Spannung erwartete Fortsetzung eines Stücks Fernsehgeschichte. Der erste Teil "Tod im Häcksler" löste 1991 Proteste aus: Viele Pfälzer sahen sich in der Darstellung von Dorfbewohnern, die Jagd machten auf einen rumänischen Spätaussiedler, diffamiert. Nun also Teil 2.

Beim "Tod im Häcksler" standen Folkerts und Becker am Anfang ihrer Karrieren. Heute sind sie etablierte Profis. "Ich habe mir natürlich den Film von vor 28 Jahren angeschaut, da sind wir jung, schön – und sehr süß. Wir waren so schlimm verknallt damals", sagte Folkerts am Rande der Dreharbeiten. In ihrem 70. Fall ermittelt die Kommissarin im fiktiven Dorf Zarten zum Tod eines jungen Kollegen. Dort trifft sie auf Tries. Aus dem energiegeladenen Ordnungshüter ist ein gealterter, korrupter und kaputter Provinz-Sheriff geworden.

"Wieder mit Ben Becker zu spielen, war für mich ein Geschenk, das funktioniert einfach." Ulrike Folkerts
Becker spielt Tries als innerlich und äußerlich verwundeten Mann. "Ich habe ein Gästezimmer" lautet ein unbeholfener Versuch der Wiederannäherung an den früheren Schwarm Odenthal. Die Szene, in der Folkerts und Becker wie 1991 zur Bob-Dylan-Ballade "Lay Lady Lay" tanzen, gehört zu den stärksten Momenten des Films. Wie Ertrinkende klammern sich die beiden Einsamen aneinander. Doch die wiederaufflammende Liebe hält nur eine Schallplattenseite lang.

"Wieder mit Ben Becker zu spielen, war für mich ein Geschenk, das funktioniert einfach, da stimmt die Chemie, da funkelt und blitzt es", schwärmt Folkerts. Auch Becker sagt: "Mir hat’s Freude bereitet, den Faden wieder aufzunehmen. Wir haben beide ein bisschen geweint."

Nicht immer ist die Geschichte von Stefan Dähnert, der schon 1991 das Drehbuch schrieb, ganz schlüssig. Aber die Story ist diesmal nicht das Wichtigste. Die Figuren tragen diesen Film, neben dem kongenialen Duo Folkerts/Becker sind es Jana McKinnon, Maria Dragus und auch Thomas Loibl. Rückt denn nach 30 Jahren die Rente für Ulrike Folkerts (58) näher? "So lange ich rennen kann und schießen kann, werde ich diese Lena Odenthal gerne weiter spielen", sagt sie.


"Tatort": So, 17.11., 20.15 Uhr, Das Erste.