MIT GEWINN LEBEN: Mehr Netto vom Brutto

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 14. September 2019

Wirtschaft

Lohnsteuerfreibeträge – für wen sich der Aufwand lohnt.

Mehr Netto vom Brutto dank Lohnsteuerfreibeträgen fürs Pendeln, Kinder oder Unterhalt? Klingt gut. Und geht so: Ein bestimmter Betrag wird vom Monatslohn abgezogen, bevor die Steuer dafür berechnet wird. Sie erhalten Ihre Steuererleichterung also bereits jeden Monat statt einmal im Jahr über die Steuererklärung. Aber: Wenn Sie sich beim Finanzamt Lohnsteuerfreibeträge eintragen lassen möchten, haben Sie zwei Bedingungen zu erfüllen. Erstens müssen die jährlichen Ausgaben, die zum Lohnsteuerfreibetrag werden sollen, höher liegen als 600 Euro. Nur bei beruflichen Ausgaben ist es mehr, hier liegt die Grenze bei 1600 Euro. Das müssen Sie im Vorfeld selbst prüfen. Und zweitens: Mit Freibetrag sind Sie auf jeden Fall zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet. Mitunter bedeutet das viel Aufwand, der sich lediglich für drei Gruppen lohnt: Erstens für die Gruppe der Wenigverdiener wie zum Beispiel junge Eltern, wenn durch die Elternzeit vorübergehend ein Einkommen wegfällt. Zweitens die Gruppe derer, die sehr viele Kosten haben wie Arbeitnehmer, die aus beruflichen Gründen eine Zweitwohnung am Arbeitsort unterhalten. Drittens die Gruppe derjenigen, die am Jahresende einen Bonus erhalten und sich in Kombination mit Lohnsteuerfreibeträgen ein Dezember-Gehalt ohne Steuerabzüge sichern können. Für alle anderen lohnt sich der Aufwand in der Regel nicht. Sie sollten stattdessen pünktlich ihre Steuererklärung machen, sie zeitnah abgeben und sich die zu viel gezahlten Steuern zurückholen.

Jörg Strötzel ist Steuerberater und
Vorstandsvorsitzender der Vereinigten
Lohnsteuerhilfe. Die VLH erstellt für
Mitglieder die Einkommensteuererklärung. Beratungsstellen: http://www.vlh.de