MIT GEWINN LEBEN: Vergütung im Urlaub

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 07. September 2019

Wirtschaft

Die Gehaltsabrechnung zu prüfen, kann sich lohnen.

Nach dem Urlaub wundern sich manche Arbeitnehmer, dass die Gehaltsabrechnung für den Urlaub niedriger ausfällt als sonst. Eine genaue Überprüfung lohnt vor allem, wenn zum Grundlohn noch Leistungs- oder Erschwerniszulagen kommen oder neben einem Fixum Provision bezahlt wird. Nach dem Bundesurlaubsgesetz ist für die Berechnung des Urlaubsentgelts der Durchschnitt des gesamten Verdienstes in den letzten 13 Wochen vor Beginn des Urlaubs zu ermitteln (ohne Überstunden). Alles, was als Gegenleistung für die Arbeit bezahlt wurde, zählt: nicht nur der Grundlohn, sondern auch Schicht-, Zeit-, Einsatz- und Erschwerniszulagen, Leistungsprämien, Entgelt für Bereitschaftsdienste, Provisionen, Sachbezüge und sogar Anwesenheitsprämien. Das gilt auch für Leiharbeiter. Nur einmalige Sonderzahlungen bleiben unberücksichtigt. Weil der Urlaub nach Tagen zählt, muss der Gesamtverdienst im Dreizehn-Wochen-Zeitraum auf einen Tagesverdienst umgerechnet werden. Bei einer Fünf-Tage-Woche muss also durch 65 geteilt werden (13 mal 5 = 65). Bleibt die Arbeitszeit gleich, ist dieser Betrag für jeden Urlaubstag zu bezahlen. Fällt aber im Urlaub Mehrarbeit an, die auch den Urlauber getroffen hätte, ist die Vergütung entsprechend zu erhöhen. Steigt der Verdienst während des Urlaubs (bei betrieblichen Lohnerhöhungen) ist auch die Urlaubsvergütung anzuheben. Vorsicht: Das Gesetz lässt Abweichungen in Tarifverträgen zu, die auch dann gelten, wenn die tariflichen Urlaubsregelungen nur vertraglich vereinbart sind.

Kurt Höllwarth ist Fachanwalt für Arbeitsrecht. Er ist für die Freiburger Kanzlei für Arbeitsrecht Gnann,
Thauer & Kollegen tätig.
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