Finanzen

So lässt sich mit einem Kontowechsel Geld sparen

Ann-Kristin Wenzel

Von Ann-Kristin Wenzel (dpa)

So, 25. August 2019 um 09:19 Uhr

Geld & Finanzen

Wer mehr als 60 Euro im Jahr für sein Girokonto zahlt, sollte über einen Wechsel nachdenken. Das empfiehlt die Stiftung Warentest. Manchmal lässt sich auch schon bei einem Wechsel innerhalb der Bank sparen.

Die Stiftung Warentest hat für die aktuelle Ausgabe ihrer Zeitschrift Finanztest rund 290 Kontomodelle bei 122 Banken untersucht. 22 waren sogar komplett gratis, wenn der Kunde sein Konto online führt und als Gehalts- oder Rentenkonto nutzt. 69 Girokonten kosten maximal 60 Euro im Jahr und weitere 24 Angebote waren bei einem bestimmten Mindestgeldeingang oder nach dem Kauf von Genossenschaftsanteilen günstig oder kostenlos, so die Stiftung Warentest.

Was sollte ich bei der Auswahl eines neuen Kontomodells beachten?

Die Stiftung Warentest empfiehlt, zunächst zu prüfen, ob die bisherige Bank ein passendes, günstigeres Kontomodell anbietet. Schon so könne man oft sparen.
Was allgemein in die Überlegungen miteinfließen kann, zählt Schaarschmidt auf: Dazu gehören die Kosten für Kontoführung, Überweisungen und die Girokarte, ein kostenfreies Geldautomatennetz, die Höhe der Dispozinsen und der Service. Für viele wichtig: Gibt es Filialen und wenn ja, wie nah sind diese?

Wie leite ich den Kontowechsel in die Wege?

Verbraucher eröffnen zunächst das neue Konto, während sie das alte vorerst noch fortbestehen lassen. Bei einem Kontowechsel sind die alte und die neue Bank seit September 2016 gesetzlich verpflichtet zusammenzuarbeiten, wie Erk Schaarschmidt, der Finanzexperte der Verbraucherzentrale Brandenburg, erklärt. "Per Musterformular werden beide Banken vom Kunden ermächtigt und beauftragt, Daten auszutauschen", sagt Schaarschmidt. Ob online oder in der Filiale, komme auf das Institut an. "Die alte Bank muss zum Beispiel mitteilen, welche Daueraufträge, Terminüberweisungen und Lastschriftmandate eingetragen sind", erläutert Schaarschmidt. Zudem muss sie die neue Bank über die eingehenden Überweisungen und Lastschriften aus den vergangenen 13 Monaten informieren.

Dadurch soll sichergestellt werden, dass bei dem Kontowechsel nichts vergessen wird. Die Kundin oder der Kunde entscheidet dann, welche Aufträge die neue Bank ausführen soll. "Die Bank muss das zügig umsetzen und etwa Zahlungsempfänger informieren", sagt Schaarschmidt. Das Restguthaben wird vom alten Konto aufs neue übertragen.

Wie lange dauert der Wechsel?

Die gesetzlichen Vorgaben im Zahlungskontengesetz sind klar: "Nach zwei Wochen sollte der Wechsel vollzogen sein", erläutert Schaarschmidt. Vereinzelt habe es Beschwerden von Verbraucherinnen und Verbrauchern gegeben, dass es länger dauert.

Wann sollte ich mein altes Konto kündigen?

Die alte Bank darf Daueraufträge nicht mehr ausführen und Lastschriften nicht mehr akzeptieren. Der Kunde bestimmt, wann das Konto geschlossen wird. Damit der Wechsel reibungslos klappt, sollten Kunden ihr bisheriges Konto erst dann kündigen, wenn alle Vorgänge übertragen wurden, rät die Stiftung Warentest. Schaarschmidt empfiehlt Kontoinhabern, außerdem zu prüfen, ob alle Zahlungsempfänger und Einzahlenden Bescheid wissen: "Sichergehen kann ich nur, wenn ich meinen Arbeitgeber, Vermieter, Versicherungen, die Stadtwerke und so weiter selbst informiere – per Mail oder schriftlich –, und eine Bestätigung einhole, dass sie die Kontoänderung vorgenommen haben." Es sei auch möglich, das alte Konto noch zwei bis drei Monate parallel bestehen zu lassen – für den Fall, dass Zahlungen vergessen wurden.

Und wenn es Probleme gibt?

Rechtlich stehen sowohl die alte als auch die neue Bank für Probleme ein. "Wenn der Kontowechsel nach drei Wochen immer noch nicht vollzogen ist, sollte die neue Bank um schriftliche Stellungnahme innerhalb weniger Tage gebeten werden. Klappt es dann immer noch nicht, hilft eine Beschwerde bei der Bankenaufsicht Bafin", rät Schaarschmidt.

Was kostet der Wechsel?

"Die Kündigung darf nichts kosten", betont Schaarschmidt. Eine Servicegebühr dürfen die beiden Banken nur erheben, wenn dies mit dem Kunden vereinbart wurde.

Muss ich die Kontowechselhilfe der Banken nutzen?

Nein. Verbraucher können auch selbst eine Liste erstellen, welche Zahlungseingänge und -ausgänge auf ihr neues Konto umziehen sollen und diese dann der neuen Bank melden. Manche Banken bieten laut Verbraucherzentrale zudem einen eigenen Service an, mit dem sie Kunden unterstützen.