NATURALIE

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Mi, 12. Juni 2019

Gesundheit & Ernährung

Beruhigendes Kraut: die Zitronenmelisse

Wo Zitrone drauf steht, ist auch Zitrone drin: Die Zitronenmelisse, umgangssprachlich liebevoll Melisse genannt, hat sich einige Verbündete gesucht, um ihre duftenden Versprechungen einlösen zu können. Als da wären Bitterstoffe, Gerbstoffe und vor allem ätherische Öle. Darunter Citral, Citronellal, Geraniol und Nerol. Dieser Mix sorgt für die wohltuenden Eigenschaften, die der Zitronenmelisse schon in mittelalterlichen Klostergärten einen Stammplatz sicherten. Das aus dem östlichen Mittelmeerraum stammende Kraut beruhigt nämlich: die Nerven, den Magen und Herpesinfektionen. Für Letzteres ist vermutlich die enthaltene Rosmarinsäure verantwortlich, die den Zitronenmelissenblättern eine antivirale und antimikrobielle Wirkung verleiht. Wer das ausprobieren möchte, setzt nicht auf frische Blätter, sondern auf Salben, die hochkonzentrierte Extrakte enthalten. Dass die Kombi Zitronenmelisse, Alkohol und andere Kräuter einen grummelnden Verdauungstrakt wieder in Ordnung bringen kann, wussten schon die Mönche im Altertum, die gerne einen entsprechenden Trunk brauten. Bis heute hat dieses Produkt – hergestellt von einem Schweizer Pharmaunternehmen – seine Fans. Gestresste Zeitgenossen gießen abends kochendes Wasser über ein paar frische Blätter Zitronenmelisse und genießen den Tee. Wer vom reichlich enthaltenen Vitamin C profitieren und mehr Zitrus im Speiseplan möchte, schneidet die Blätter in feine Streifen und verwendet sie in Salaten und Soßen.