Sicherheit im Kinderzimmer

Sabine Metzger

Von Sabine Metzger (dpa)

Mo, 07. Oktober 2019

Haus & Garten

Gut geschütztes Kinderspiel: Was es beim Ausbau und der Gestaltung der Räumlichkeiten zu beachten gilt.

Ein Prinzessinnen-Zimmer in Pink? Eine Räuberhöhle? Oder doch lieber Villa Kunterbunt? Vom idealen Kinderzimmer haben Eltern unterschiedliche Vorstellungen. Nur sicher soll es sein. Darauf ist zu achten:

Wände
Für die Wände sollten Eltern möglichst Kalk- oder Silikatfarben einsetzen. Sie brauchen keine Lösungsmittel und sind schimmelhemmend. Auch hier gibt es Siegel zur Orientierung, etwa den Blauen Engel oder das Nature-plus-Siegel.


Bodenbelag

"Stürze sind die häufigste Unfallursache bei kleinen Kindern", sagt Andreas Kalbitz von der Bundesarbeitsgemeinschaft "Mehr Sicherheit für Kinder". Ein weicher, federnder Bodenbelag dämpft Stürze. Daher ist Kork oder Teppich zu empfehlen, in vielen Mietwohnungen aber nicht mehr gebräuchlich. Matthias Bauer von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg rät: "In Absprache mit dem Vermieter sind Änderungen immer möglich. Man kann aber auch in den entsprechenden Bereichen einfach etwas auslegen." Vor das Bett kommt also etwa ein rutschfester Teppich.

Der sollte möglichst frei von Schadstoffen sein. Denn Teppichböden bestehen aus feinen Fasern, die Kinder mitunter einatmen oder in den Mund nehmen, erklärt Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe. Auf Kunststoffe sollten Eltern daher so weit wie möglich verzichten. Zugleich achten sie bei Naturmaterialien besser darauf, dass keine Insektizide enthalten sind. Wollteppiche etwa werden oft mit Mottenschutzmittel behandelt. Eine Orientierungshilfe beim Kauf bieten Siegel, etwa das der Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichboden.

Fenster
Es kommt vor, dass Kinder in ihrem Zimmer heimlich zündeln. Wer die Fenster mit Vorhängen ausstattet, sollte also dabei darauf achten, keine leicht brennbaren Materialien zu verwenden. Es gibt sogar schwer entflammbare Stoffe der Brandschutzklasse B1 im Fachhandel.

Als Faustregel gibt Kalbitz außerdem vor: "Alles, was Kinder herunterziehen können oder worin sie sich verfangen können, sollte aus dem Zimmer raus." Zu lange Vorhänge, unter Umständen auch die Kordeln einer Jalousie, können sonst zu Unfällen führen. Beim Einrichten des Zimmers sollte man außerdem im Blick behalten, dass keine Steighilfen in der Nähe des Fensters stehen. Auch spezielle Fenstersicherungen sind eine gute Möglichkeit, Kinder vor einem Sturz mit schweren Folgen zu bewahren.

Elektrik
Im Bereich der Elektrik denken die meisten Eltern an Steckdosenschutz. Manche fürchten sich aber auch vor Elektrosmog. Die Auswirkungen davon sind zwar umstritten, einige wollen die Belastung aber vorsorglich lieber gering halten. Dann müssen sie bei der Zimmerplanung auch an elektrische und magnetische Felder denken. "Die sieht man nicht, die riecht man nicht, deshalb haben das viele nicht auf dem Schirm", sagt Fischer.

Solche Felder entstehen durch elektrische Spannung und werden etwa von Nachttischlampen emittiert, solange der Stecker in der Dose steckt. Hier können abgeschirmte, abschaltbare Steckdosenleisten Abhilfe schaffen. Eine weitere Alternative sind akku- oder batteriebetriebene LED-Leuchten. Da selbst Steckdosen, in denen kein Stecker steckt, schwache Felder emittieren, sollte man laut Umwelthilfe zwischen Dose und Bett einen Meter Abstand halten. Allerdings strahlen Handys wesentlich stärker, daher sollten Eltern, die sich um Elektrosmog Sorgen machen, sie am besten ganz aus dem Kinderzimmer verbannen.