Nomnom

MOMENT MAL: Ein bisschen Spaß muss sein

Sonja Zellmann

Von Sonja Zellmann

Mo, 14. Oktober 2019

Liebe & Familie

Nomnom, nomnom, nomnom. Was das jetzt soll? Fragt man das Internet, ist "nomnom" der Sound, der entsteht, wenn jemand etwas kaut und das Essen dabei richtig doll genießt. Entsprechend nennt man auf Hipster-Deutsch leckeres Essen heutzutage einfach "Nomnom". Wie ich, ziemlich unhipsterig, erst kürzlich gelernt habe. "Wie, das Wort kennst du nicht?!" Okay… – Klingt aber irgendwie süß, oder? Nomnom, da denke ich an mümmelnde Häschen und selig nuckelnde Kleinkinder. Heute ist Spaß am Essen angesagt, das darf sich dann auch so anhören. Nomnom. Es geht aber noch spaßiger: mit "Funfood". Eine weitere Wort-Neubegegnung. Mit solcherlei "Spaßessen" wird derzeit in Freiburg für eine Veranstaltung geworben. Gemeint sind damit Popcorn, Zuckerwatte und Co. – Snacks, die demnach mehr Spaßprodukt sind als Nahrung. Wirklich neu ist der Begriff in Funfood-Branchenkreise offenbar nicht, wie eine kurze Recherche ergibt. Dass damit Leute angelockt werden sollen, ist jedoch (noch) recht ungewöhnlich. Während Nomnom auch mit "Was zum Genießen" übersetzt werden könnte, ist Funfood eher eine vermeintlich hippe Verpackung für Zuckriges. Von zu viel Spaß kann’s einem da schnell ziemlich unspaßig werden. Und sympathische Assoziationen weckt es auch nicht: nicht Mümmelhase, eher quietschbunte Chemie. Wenn schon hip, dann lieber Nomnom.