Doppelresidenzmodell

Immer mehr getrennte Eltern wechseln sich bei der Betreuung ihrer Kinder ab

Sonja Zellmann

Von Sonja Zellmann

Sa, 23. Februar 2019 um 18:48 Uhr

Liebe & Familie

BZ-Plus Das Wechselmodell ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Dabei teilen sich Eltern die Kindesbetreuung nach der Trennung hälftig auf. Wie das funktionieren kann, zeigt ein Beispiel aus Freiburg.

Eines stand für Martina* und Georg* nie in Frage, als sie sich trennten: Dass sie beide gleichberechtigt für ihre damals vierjährige Tochter Lena* da sein wollten. Und so teilten sie von Anfang an die Zeit, die Lena mit Mama oder Papa verbrachte, gleichmäßig untereinander auf. Anfangs war das Mädchen vier Tage der Woche bei Georg in Freiburg und drei bei Martina, die zu der Zeit in einer anderen Stadt arbeitete. Später, noch bevor Lena in die Schule kam, zog Martina in eine Wohnung in Georgs Nachbarschaft. Von da an wechselte Lena wöchentlich zwischen Mama und Papa – und konnte auch mal unter der Woche hin- und herlaufen, wenn ihr danach war.

Wechsel- oder Doppelresidenzmodell nennt man es, wenn sich getrennte Eltern die Betreuung ihrer gemeinsamen Kinder mehr oder weniger hälftig aufteilen. In Deutschland wird dieses Umgangsmodell bislang eher selten praktiziert. Die meisten Trennungsfamilien leben das sogenannte Residenzmodell, bei dem die Kinder bei einem Elternteil – meist der Mutter – wohnen und, zum Beispiel, zwei Wochenenden und Teile der Schulferien bei ihrem anderen Elternteil verbringen.

Bundesgerichtshof: Wechselmodell auch gegen Willen der Eltern anordbar
Doch das Wechselmodell ist auf dem Vormarsch. Die Rollen der Eltern haben sich verändert. Väter nehmen Elternzeit und wollen auch nach einer Trennung mehr mit ihren Kindern zu tun haben. Und laut einer Untersuchung des Instituts für Demoskopie Allensbach wünschen sich mehr als die Hälfte der Paare eine partnerschaftliche Lösung nach einer Trennung.

2017 hat der Bundesgerichtshof ...

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