Vernichtender Pilz

Ein Pilz tötet unsere Bananen – keine Rettung in Sicht

Kerstin Viering

Von Kerstin Viering

Sa, 14. Oktober 2017 um 00:01 Uhr

Umwelt & Natur

BZ-Plus Die Banane ist in Gefahr. Ein Schlauchpilz rückt der wichtigsten Sorte auf die Schale, Gegenmittel gibt es bisher nicht. Für Bananen-Fans dürfte sich daher in Zukunft einiges ändern.

Der Eindringling ist über die Wurzeln aus dem Boden gekommen. Unaufhaltsam hat er sich in den Leitungsbahnen der Bananenstaude breitgemacht und unterbricht nun den Wasser- und Nährstofftransport – mit schwerwiegenden Folgen: Die Pflanze lässt die Blätter hängen und vertrocknet. Wieder einmal hat hier ein Erreger zugeschlagen, der für die Bananenindustrie in der ganzen Welt zum Alptraum geworden ist.

Vor knapp 20 Jahren ist der Schlauchpilz Fusarium oxysporum in einer neuen Variante aufgetaucht, die Fachleute "Tropical Race 4" (TR4) nennen. Und dieser Pilz macht nun ausgerechnet der kommerziell wichtigsten Bananensorte namens Cavendish sehr effektiv den Garaus. Wirksame Gegenmittel gibt es bisher nicht. Daher dürfte sich für Fans der gelben Früchte künftig einiges ändern. "Bananen werden nicht aus den Supermärkten verschwinden", meint der Agrarökologe Andreas Bürkert von der Universität Kassel. "Aber sie werden anders schmecken und nicht mehr so billig sein".

Angefangen hat der Siegeszug von TR4 1990 in Südostasien. Seither hat der Pilz auch in Ostafrika und im Mittleren Osten Fuß gefasst. Und es dürfte wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis er neben Indien auch die wichtigen Bananen-Exportländer in Süd- und Mittelamerika erreicht. "Dazu braucht er nur ein bisschen Erde an den Wanderschuhen eines Touristen", sagt Andreas Bürkert. Wenn die tückischen Sporen von ...

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