Inselgruppe

Auf den Azoren treffen Atlantiküberquerer auf Weltumsegler

Stefan Franzen

Von Stefan Franzen

Sa, 25. August 2018 um 11:00 Uhr

Reise

BZ-Plus Die Inselwelt der Azoren liegt fast auf halbem Wege von Europa nach Amerika. Weiter draußen auf dem Ozean kann man als Europäer nicht wohnen. Wer Einsamkeit sucht, der ist hier – noch – richtig.

"Das steinerne Floß", José Saramagos Roman, lässt die Iberische Halbinsel an den Pyrenäen auseinanderbrechen. Sie löst sich von Europa und treibt gemächlich auf den Atlantischen Ozean hinaus. Dass sie auf Kollisionskurs mit einer Inselgruppe ist, wird den Lesern erst sehr spät bewusst. Es vergehen 250 Buchseiten, sprich: etliche Wochen, bis das scheinbar Unabwendbare ins Bewusstsein der Portugiesen und Spanier tritt. Die Azoren hatte niemand auf der Rechnung.

Was der portugiesische Literatur-Nobelpreisträger da beschreibt, ist bezeichnend für die Rolle des atlantischen Archipels: Derart weit vor Europas Haustüre liegen die insgesamt neun Inseln, dass ihr Name meist nur dann fällt, wenn von dem berühmten "Hoch" die Rede ist – das sich meistens allerdings südlicher als die Azoren befindet. Frachtschiffe brauchen fünf Tage vom Mutterland Portugal zur Hauptstadt Ponta Delgada auf der östlichen Insel São Miguel, und von dort sind es nochmals mehr als 500 Kilometer bis zum äußersten Rand der westlichen Gruppe. Es ist eine Welt aus schwarzem Lavastein, grünblauen Lagunen und einer Vegetation, die mal an die Subtropen, mal an Island erinnert. Sie lässt sich heute zwar bequem mit einem zweistündigen Flug erreichen, blieb vom Massentourismus aber verschont. Weiter draußen auf dem Ozean kann man als Europäer nicht wohnen. Wer Einsamkeit sucht, der ist hier – noch – richtig.

Doch einen Ort gibt es auf den Azoren, an dem sich buchstäblich die ganze Welt trifft – und traf. Horta, der Hauptort der Insel Faial auf der zentralen Inselgruppe, war schon immer ein ganz besonderer Knotenpunkt. Sein Hafen liegt in einer malerischen Bucht, die vom Monte Queimado und barocken Kirchen bekränzt wird, auf der anderen Seite der einzigen Meeresenge des Archipels grüßt von der Insel Pico majestätisch der gleichnamige Berg herüber. Mit seinen 2351 Metern der einzige Vulkan der Inseln, dessen Kegel im Laufe der Jahrmillionen nicht in sich zusammengebrochen ist.

In Horta geht es kosmopolitisch zu
Ab 1900 unterhielt, neben Briten, ...

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