Fluchtpunkt

Ein Hoch auf den Blauen - und die Sehnsucht nach Meer

Birgit-Cathrin Duval,

Von Birgit-Cathrin Duval &

Sa, 08. Februar 2020

Reise

Weil der Winter mal wieder ins Wasser fällt, will ich ans Meer. Doch das liegt hier in Südbaden eben leider nicht um die Ecke, also muss ich mir anderweitig behelfen. An Tagen wie diesen, wenn die Wolkendecke wie ein düsterer Grabstein schwer am Himmel hängt, bleibt nur die Flucht nach oben. Sie endet auf 1165 Metern Höhe. Dort, auf dem Gipfel des Hochblauen, bin ich endlich durch das Nebelgrau hindurch. Welch ein Perspektivenwechsel! Ich bin im Glück. Vor mir liegt ein Wolkenmeer, aus dem sich die elsässischen Vogesen wie eine Inselkette erheben. Das Abendrot taucht die Wolken in pastellfarbenes, sanft glimmendes, surreales Licht. Beim Blick auf den unendlichen Horizont sind die düsteren Winterstimmungen wie weggeblasen. In Gedanken segle ich los, hinaus aufs weite Meer, dem neuen Tag entgegen. Diesen Augenblick halte ich fest, auf dem Chip meiner Digitalkamera. Ein Sehnsuchtsbild, das mich jeden Tag auf dem Desktop des Computers beflügelt, bis es endlich wieder Frühling ist.

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