Erkär’s mir

Warum gibt es so viel Streit in der SPD?

Wulf Rüskamp

Von Wulf Rüskamp

Mo, 03. Juni 2019 um 00:00 Uhr

Erklär's mir

In der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, kurz SPD, gab es in letzter Zeit sehr viel Streit. Das liegt unter anderem auch daran, dass sie keinen Erfolg mehr bei Wahlen hat.

Parteien – das sind Vereinigungen, in denen Menschen zusammenkommen. Und zwar solche, die einer gemeinsamen politischen Meinung sind. Sie glauben, dass sie ihre Ziele in der Politik durchsetzen können, wenn sie sich einig sind. Dazu gehört, dass sie gemeinsam bestimmen, wer sie anführen soll, um ihre Politik zu vertreten. Denn eine solche Partei braucht über ihre Mitglieder hinaus die Unterstützung vieler Menschen, um bei Wahlen zu siegen. Nur dann kann sie regieren.

Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, kurz SPD, ist auch so eine Partei. Doch bei ihr stimmt all das, was hier in den ersten Sätzen steht, nicht mehr. Seit Jahren verliert sie wichtige Wahlen. Manche sagen, daran sei die Parteiführung schuld, in diesem Fall Parteichefin Andrea Nahles. Deshalb ist sie nach rund einem Jahr zurückgetreten. Weil die SPD keinen Erfolg hat, gibt es auch viele Mitglieder, die nach neuen Zielen suchen und deshalb streiten. Das hat zur Folge, dass die Mitglieder uneins sind, wer die Partei führen soll und für welche politischen Ziele die SPD kämpft. Das sehen auch viele Wähler so – und wählen noch weniger SPD. Was die Probleme in der Partei nochmals vergrößert.