Die Hüterin des Geldes

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Sa, 07. September 2019

Neues für Kinder

Die Spur der deutschen Euroscheine und -münzen führt nach Frankfurt zur Deutschen Bundesbank.

Dunkelgrün für den 5er, knalliges Blau für den 20er und sattes Rot für den 10er – klar, die Euroscheine sind bunt, damit man sie gut voneinander unterscheiden kann. Aber auch, um es Verbrechern schwer zu machen.

Die würden nämlich zu gerne möglichst viel Bargeld nachmachen und wären so auf einen Schlag reich. Das ist aber fast unmöglich, denn unsere Scheine und Münzen sind gut gegen Fälschungen geschützt. Woher aber kommt eigentlich das echte Geld?

Der oberste Boss in Sachen Geld ist in unserem Land die Deutsche Bundesbank in Frankfurt am Main. Sie kümmert sich darum, dass das Bezahlen mit Bargeld oder Karte jederzeit ohne Probleme funktioniert. "Das Bargeld in Deutschland soll immer eine gute Qualität haben", sagt Jelena Stapf, die bei der Bundesbank die Abteilung Bargeld leitet. "Das heißt: Die Geldscheine sollen nicht kaputt oder dreckig sein." Die Experten sagen übrigens nicht Geldschein, sondern Banknote.

Jeder Geldschein, der in Deutschland unterwegs ist, stammt von der Deutschen Bundesbank. Niemand sonst darf das Geld herausgeben. Die Bundesbank beauftragt spezielle Sicherheitsdruckereien, die die Scheine herstellen. Geldstücke werden in sogenannten Prägeanstalten produziert. Die Druckereien können nicht besucht werden, alles ist streng geheim. Die Geldscheine werden auf Spezialpapier gedruckt, das aus Baumwolle besteht. Dann werden ganz bestimmte Merkmale und Eigenschaften eingebaut, die den Schein sicher machen. "Es gibt absichtlich nur sehr wenige Menschen, die wissen, wie diese Merkmale auf und in den Schein kommen", sagt Jelena Stapf, "so kann das besser geheim gehalten werden."

Von den Druckereien und Prägeanstalten aus werden die Banknoten und Münzen mit Lastwagen in die 35 Filialen der Bundesbank gefahren – unter Polizeischutz. Diese Filialen verteilen das Geld an Banken und Sparkassen, die es in ihre Geldautomaten und Kassen legen. Hier kann dann jeder Kunde Geld abheben und damit überall bezahlen. Beim Bäcker, im Supermarkt, im Schreibwarenladen. Die Ladenbesitzer bringen das Geld aus der Kasse abends zu ihrer Bank, und die leitet es wieder zurück an die Bundesbank. Alle Geldscheine, die hierher zurückkommen, werden überprüft: Sind sie echt? Sind sie noch ganz und sauber? Hat ein Geldschein Löcher oder Risse oder ist er bekritzelt, wird er vernichtet. Er kommt in den Schredder, die Reste werden verbrannt. "Das kommt gar nicht so selten vor", sagt Jelena Stapf, "die kleinen Banknoten, die 5-, 10- oder 20-Euro-Noten, werden meistens nur ein Jahr alt, bevor sie vernichtet werden. Das kommt daher, dass sie so oft zum Bezahlen genutzt werden und häufiger hin und her gereicht werden." Große Scheine, die 100 oder 200 Euro wert sind, werden eher zum Sparen verwendet, die halten meist länger. Die vernichteten Geldscheine werden durch frisch gedruckte ersetzt.

Seit einigen Jahren zahlen immer mehr Menschen immer häufiger mit ihrer EC- oder Kreditkarte statt mit Bargeld. In manchen Ländern wie Norwegen oder Schweden werden Geldscheine und Münzen deshalb kaum noch gebraucht. "In Deutschland zahlen die Menschen aber noch gerne mit Bargeld", sagt Jelena Stapf, "je kleiner der Betrag ist, desto lieber."