Schreibwettbewerbgewinner Frühjahr 2019 I

Als Außerirdische in den Eiffelturm flogen

Fr, 05. April 2019 um 11:11 Uhr

Schreibwettbewerb

Von Clemens Holtsträter, Klasse 4b, Turnseeschule, Freiburg

"Was ist das?", riefen viele Menschen. Denn auf einmal zitterte in Paris und Umgebung der Boden und es knallte laut. Alle erschraken bei dem großen Knall. Jacques, ein zwölfjähriger Junge aus einem Pariser Vorort, aber wollte nachschauen, was da geknallt hat. Er steckte sein Handy in die Hosentasche. Der Knall kam aus der Innenstadt von Paris. Jacques sah schon von weitem eine Veränderung, die ihm das Herz stoppen ließ: Da, wo der Eiffelturm stehen sollte, war nur noch eine große Leere.

Er rannte schnell in die Innenstadt von Paris und staunte, als er den Eiffelturm sah: Umgekippt! Überall lagen Trümmer herum. Kurz darauf sah Jacques auch, warum der Eiffelturm zerstört worden war: Ein großes, komisches Ding war in ihn reingeflogen! Zuerst bekam Jacques einen großen Schreck, doch dann dachte er: "Das sieht fast aus wie in meinen Büchern die Ufos. Ein kreisrundes Gebilde mit einer Glaskuppel in der Mitte. Wenn das ein Ufo ist, dann wird es sicher von Außerirdischen geflogen. Ob die wohl verletzt sind? Vielleicht brauchen sie Hilfe?" Jacques wusste nicht, ob er sich trauen sollte, ans Ufo heranzuschleichen. In seinen Büchern waren die Außerirdischen fast nie nett zu den Menschen. "Aber wenn sie verletzt sind, kann ich sie doch nicht einfach liegen lassen", dachte er. "Außerirdische sind auch Lebewesen. Aber ..."

Nach einigem Hin- und Herüberlegen entschied Jacques sich, sich erst einmal zu nähern. Als Jacques näher am Ufo war, hörte er einen leisen Hilferuf. Er erschrak. Gleichzeitig war ihm klar, dass er den Außerirdischen helfen musste. Mit klopfendem Herzen legte er den restlichen Weg zum Ufo zurück. Noch immer hörte er den Hilferuf, der immer lauter wurde. Jacques dachte sich: "Ich reiße jetzt die Tür auf, und wenn die Außerirdischen mich bedrohen, renne ich weg."

Dann riss Jacques die Tür auf. Als Erstes erblickte er viele Knöpfe. Erst auf den zweiten Blick konnte er die Außerirdischen erkennen. Keiner schrie mehr nach Hilfe, sondern alle guckten ihn nur mit großen Augen an.

Die Außerirdischen hatten blaue Haut und waren mit silbernen Overalls bekleidet. Wie Menschen hatten sie zwei Arme, zwei Beine und einen Kopf, mit einer Nase, zwei Augen und einem Mund. Ihre Ohren allerdings ähnelten eher denen von Hunden. "Hallo", sagte Jacques leise. "Hallo", antwortete einer der Außerirdischen. Jacques fragte: "Was ist passiert? Wieso schreit ihr nach Hilfe?" "Ich werde es dir erzählen", sagte einer der Außerirdischen. "Alles fing damit an, dass wir mit unserem Ufo flogen. Auf einmal konnten wir das Ufo nicht mehr steuern, und wir flogen immer näher an die Erde heran. Wir kennen uns mit Ufos gut aus, und wollten es reparieren. Doch bevor wir den Schaden vollständig beheben konnten, waren wir schon zu nah an der Erde und waren bewegungsunfähig."

"Wieso wart ihr bewegungsunfähig?", fragte Jacques. "Weil wir die Schwerkraft nicht gewohnt sind." "Und was passierte dann?" Der Außerirdische fuhr fort: "Wir konnten nicht verhindern, dass das Ufo sich selbständig machte und in diesen Turm flog." "Habt ihr euch verletzt?", wollte Jacques wissen. "Nein, es ist alles gut", antworteten die Außerirdischen. "Wie kann ich euch dann helfen?", fragte Jacques. "Könntest du bitte versuchen, unser Ufo zu reparieren? Wir sagen dir auch, was du machen musst", sagte der Außerirdische, der eine Brille trug. Jacques antwortete: "Ok, ich werde versuchen, euer Ufo zu reparieren."

In der nächsten Stunde gaben die Außerirdischen Jacques genaue Anweisungen, welche Knöpfe er drücken muss, damit dass Ufo wieder starten und gesteuert werden kann. Da fiel Jacques ein: "Wie könnt ihr das Ufo überhaupt steuern, wenn ihr euch nicht bewegen könnt?" "Wir können wieder starten, wenn du uns eine Sprachsteuerung einbaust. Wir sagen dir auch, wie man das macht." Nach einer weiteren Stunde war auch die Sprachsteuerung fertig. "Wenn jetzt alles funktioniert, wollt ihr sicher gleich wieder los, um in eure Heimat zurückzukehren", sagte Jacques.

Er wusste nicht, wie er sich fühlen sollte. Einerseits war er traurig, weil die Außerirdischen so nett waren. Andererseits war er auch froh, dass er endlich wieder nach Hause konnte.

"Ja, wir werden dann zurückfliegen. Danke für deine Hilfe. Wir wissen nicht, was mit uns passiert wäre, wenn wir dich nicht getroffen hätten. Können wir dir einen Wunsch erfüllen? Wir können nämlich zaubern." "Wieso habt ihr dann nicht gezaubert, dass ihr euch bewegen und wieder fliegen könnt? Ihr hättet dann euer Ufo doch auch heile zaubern können." "Wir können nur für andere zaubern, nicht für uns selbst", sagte der kleinste Außerirdische. "Den Turm zaubern wir natürlich auch wieder ganz, sobald wir oben im Weltraum angekommen sind und uns wieder bewegen können."

"Ich wünsche mir schon lange einen Hund", sagte Jacques. "Meine Eltern wollen mir keinen besorgen, weil sie finden, dass ein Hund zu viel Geld kostet." "Das ist kein Problem für uns, wenn wir auch noch zaubern dürfen, dass der Hund immer genug Futter hat und nie zum Tierarzt muss, damit deine Eltern ihn nicht wieder verkaufen." Jacques freute sich total. "Yippie", schrie er.

Dann fiel ihm noch etwas ein: "Darf ich noch ein Bild von euch und von dem kaputten Turm machen? Sonst glaubt mir keiner, wenn ich erzähle, was ich erlebt habe." "Okay", sagten die Außerirdischen. Jacques zog sein Handy aus der Hosentasche und schoss ein Foto. "Ich fotografiere schnell noch den umgekippten Eiffelturm", sagte er. "Tschüss", sagten die Außerirdischen, "und danke noch einmal. Wir fliegen jetzt gleich los." "Danke für den Hund!", erwiderte Jacques.

Er verabschiedete sich von den Außerirdischen, ging aus dem Ufo heraus und machte die Tür zu. Jetzt schoss er ein Foto und machte sich auf den Heimweg. Nach einiger Zeit drehte er sich noch einmal um und sah das Ufo abheben. Zu Hause wartete schon der Hund auf ihn. Jacques war jetzt ganz lange glücklich.