In Südafrika aufgewachsen

Elenor Zickenheiner, Klasse 8c, Goethe-Gymnasium Freiburg

Von Elenor Zickenheiner, Klasse 8c & Goethe-Gymnasium Freiburg

Fr, 20. März 2020 um 11:23 Uhr

Schülertexte

Von Elenor Zickenheiner, Klasse 8c, Goethe-Gymnasium Freiburg

Meine Großeltern Friedemann und Ingrid Zickenheiner siedelten 1964 mit dem Schiff nach Südafrika über, da mein Großvater dort eine Pfarrerstelle angenommen hatte. Meine Mutter Martina Zickenheiner wurde dann 1972 in Vauderbijlpark geboren. Auch alle ihre Geschwister kamen dort zur Welt. Kurz vor ihrem fünften Geburtstag zog ihre Familie wieder nach Deutschland.

Meine Mutter berichtet aus dieser Zeit, dass die Leute viel netter

zu Kindern waren, in Deutschland war jedoch alles viel strenger.

Ebenfalls war die Kultur ganz anders, genauso die Natur.

Die Landschaft war steppenhaft und es gab einige Felder, auch mit solch besonderen Pflanzen wie Ananas, jedoch auch mit Getreide und Sonnenblumen. In einem Nationalpark in der Nähe gab es auch Tiere wie Giraffen, Elefanten, Nashörner und die am meisten gefürchteten Tiere waren Flusspferde. In Afrika waren die Insekten viel größer. Das Klima was warm. Die Durchschnittstemperatur betrug im Sommer ca. 30 °,C und im Winter

10-15 °C. Vauderbijlpark liegt auf einer Hochebene auf 2000 Metern.

Deshalb gab es keine großen Probleme mit Moskitos und Malaria.

Sie lebten dort neben einer Kirche, was natürlich ihr Leben prägte. Sie gingen in den Chor und in die Sonntagsschule. In den Schulen und in öffentlichen Gebäuden sprach man Englisch, unter sich und in der Kirche Deutsch. Ebenfalls wurde dort Afrikaans gesprochen. Da Südafrika früher eine englische Kolonie war, finden sich Einflüsse aus der englischen Küche, z. B. Toast, Cornflakes und Erdnussbutter.

Außerdem war der Rassismus damals ausgeprägter, es herrschte Apartheit und die Weißen hatten mehr Geld. Dennoch verstanden sich meine Mutter und ihre Geschwister, sowie meine Großeltern mit dem schwarzen Personal und mit deren Kindern sehr gut. Der Gärtner lud sie manchmal zu afrikanischem Essen ein. Es gab Milipap (Maisbrei) mit Tomatensoße, Ameisenpaste als Brotaufstrich und Bultang (Trockenfleisch).

Für meine Mutter und ihre Geschwister war es schwer, sich an der deutschen Schule in Koblenz Ende der Siebzigerjahre einzugewöhnen, da sie an das englische Schulsystem mit Schuluniform und strengen Schulregeln gewöhnt waren.