Regeln für Zeugnisse

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Von dpa

Sa, 27. Februar 2021

APA

Muss der Grund der Trennung genannt werden?.

Arbeitnehmer haben grundsätzlich Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Was darin aber genau stehen soll, ist häufig Anlass für Streit. Die Zeugnisregeln sind in Paragraf 109 der Gewerbeordnung (GewO) festgelegt: "Das Zeugnis darf keine Merkmale oder Formulierungen enthalten, die den Zweck haben, eine andere als aus der äußeren Form oder aus dem Wortlaut ersichtliche Aussage über den Arbeitnehmer zu treffen", heißt es dort. "Daraus schließt man, dass ein Zeugnis immer wohlwollend formuliert sein muss und einen Mitarbeiter nicht an seinem beruflichen Weiterkommen behindern darf", erklärt Peter Meyer, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin.

Auf keinen Fall dürfe ein Arbeitgeber gegen den Willen des Mitarbeiters einen konkreten leistungs- oder verhaltensbedingten Grund im Zeugnis aufnehmen und erklären, warum gekündigt wurde. Wird im Zeugnis aber gar keine Begründung für das Ende des Arbeitsverhältnisses angegeben, kann das auch als Nachteil ausgelegt werden. Hat der Arbeitnehmer selbst gekündigt, sollte die vorteilhafte Formulierung zum Beispiel so lauten: "Das Arbeitsverhältnis endete auf Wunsch des Arbeitnehmers."

Bei betriebsbedingten Kündigungen können Arbeitnehmer verlangen, dass das so ins Zeugnis aufgenommen wird – sogar mit einer weiterführenden Erläuterung.

Einigt man sich in einem Kündigungsstreit vor Gericht auf einen Vergleich, so wird das Arbeitszeugnis eine Formulierung wie "Das Arbeitsverhältnis endete im beiderseitigen Einvernehmen" enthalten. Fachanwalt Peter Meyer zufolge ist es ratsam, in einer Beendigungsvereinbarung immer die genaue Formulierung zu den Gründen der Beendigung festzuhalten, die das Arbeitszeugnis abschließen soll. "Daran muss sich der Arbeitgeber dann halten."