Das Herz Marokkos schlägt in Marrakesch

Anja Hammer

Von Anja Hammer

Fr, 03. September 2010

Reise

Schiefe Flötenklänge lassen die Kobra aus dem Korb gucken, die Kollegen des Schlangenbeschwörers halten den Touristen kleine, schwarz glänzende Schlangen unter die Nase. Manche zücken begeistert die Kamera, andere drehen sich angewidert weg.

Nebenan mischt sich zur Flöte wildes Getrommel. Die Tänzer in weißen Gewändern mit blau gehäkelten Säumen wirbeln in Ekstase über wenige Quadratmeter. Äffchen und ihre Besitzer hoffen auf knipsfreudige Fotografen. Auf dem Jemaa el Fna, dem bekannten Platz der Gaukler in der Innenstadt Marrakeschs, lebt der Orient aus 1001 Nacht.

Das Ganze ist fast zu viel des Guten. Die Erlösung taucht am Rande des Platzes auf. Dort, wo kein Gedrängel herrscht, stehen die orientalischen Versionen der Imbissbude. Ohne Currywurst, dafür mit frisch gepresstem Orangensaft. Die aufgetürmten Orangen leuchten wie untergehende Sonnen. Und das mitten am Tag. Die Sonne steht hoch am Himmel und bringt im Sommer die Stadt bei 40 Grad zum Flimmern. Der Saft fließt wie ein erfrischender Wasserfall die ausgetrocknete Kehle herunter. Wer über seinen Becherrand hinausschaut, kann am Horizont den Schnee auf den Bergspitzen des Atlasgebirges sehen.

Schon im 12. Jahrhundert ...

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