Massentourismus

Zimmermädchen in spanischen Touristenhochburgen kämpfen um ihre Würde

Martin Dahms

Von Martin Dahms

Mi, 29. August 2018 um 12:15 Uhr

Panorama

BZ-Plus Die Lage der Hotelangestellten in Spanien ist so prekär, dass sich im Frühjahr auch der damalige Ministerpräsident Rajoy mit ihnen zusammensetzte. Doch an der Ausbeutung verändert sich nur langsam etwas.

Mariano Rajoy gab den Frauen 40 Minuten Zeit, damals im April. Sie blieben zweieinviertel Stunden. "Wenn du dir das Kelly-Shirt anziehst", sagt Myriam Barros, "wirst du zum Dobermann. Ehrlich gesagt, haben wir ihn nicht viel reden lassen." Die fünf Frauen, die sich im Frühling im Madrider Moncloa-Palast mit dem inzwischen aus dem Amt gejagten spanischen Ministerpräsidenten trafen, hatten selbst genug zu reden.

Sie schilderten ihm ihren Berufsalltag als Zimmermädchen, ihre Erschöpfung, ihre Krankheiten, ihre Ausbeutung durch Subunternehmen. "Rajoy wandte sich immer wieder seiner Beraterin zu und fragte: Ist das so? Und die sagte: So ist das", erzählt Barros. "Viele meinten vorher: Der will doch nur ein Foto von sich mit den Kellys haben. Aber auch wir haben den Moment genutzt. Alle Medien haben berichtet. Wenn jemand noch nicht von uns gehört hatte – ab jetzt wusste er, wer wir sind."

Wer die Welt verbessern will, der muss sich Gehör verschaffen. Und wie das diese Gruppe spanischer Zimmermädchen um Myriam Barros, die sich "Las Kellys" nennen hinbekommen hat, wäre Stoff für eine Lehrbuch in Sachen Marketing.

"Wir sehen, dass überall in Spanien dasselbe passiert, dass es keine Einzelfälle sind. Das muss raus ...

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