Bürgerstiftung

"Helfende Hände" bekommt den Rheinfelder Bürgerpreis

Ingrid Böhm

Von Ingrid Böhm

Fr, 06. Dezember 2019 um 19:09 Uhr

Rheinfelden

Die Bürgerstiftung würdigt das karitative und unbürokratische Engagement des Vereins. "Helfende Hände" wurde 2016 gegründet, 48 aktive Mitglieder stehen Menschen in Not zur Seite.

Bürger stiften Zukunft für Bürger der Stadt. Das Leitbild der Stiftung hat zum Tag des Ehrenamts bei der Verleihung des Bürgerpreises ein weiteres Gesicht mit dem Profil einer selbstlos agierenden Gruppe bekommen. Die mit 2500 Euro dotierte Ehrung durfte ein noch junger Verein entgegennehmen: Die "Helfenden Hände" unter Leitung von Özlem Zeh.

Die Entscheidung wurde von den Gästen im Dietschy Saal freudig mit Applaus aufgenommen. Die 2016 gegründeten "Helfenden Hände" haben sich rasch zu einer Instanz entwickelt, die schnell und unbürokratisch hilft, wenn sie dringend nötig wird. Norbert Dietrich als Vorsitzender der Bürgerstiftung würdigte das vielfältige Engagement des "breiten Helferspektrums für die karitative Arbeit", das inzwischen aus 48 Aktiven besteht und 31 Passiven, die die Ziele im Hintergrund fördern. Großen Eindruck machte bei der Stiftung der "hohe ideelle Anspruch" der Ehrenamtlichen, die "selbstlos eins zu eins" Bedürftige unterstützen.
Helfende Hände: Der Verein hat sich 2016 gegründet. Vorsitz: Özlem Zeh, stellvertretende Vorsitzende: Jessica Töpper. Kontakt: Özlem Zeh, Tel. 0162/8884612 oder per Mail: chzeh@hotmail.de
Die Auswahlkommission der Bürgerstiftung bestand aus: Norbert Dietrich, Rainer Liebenow, Gaby Dolabdjian, Paul Schmidle, Ingrid Böhm

Zielgruppe sind in Not geratene Menschen, die es angesichts der immer weiter auseinanderklaffenden zwischen arm und reich, so Dietrich, auch in einer Wohlstandsgesellschaft gibt. Dass Menschen, die warum auch immer, in existenzielle Krisen geraten, bei den "Helfenden Händen" ein offenes Ohr finden und tatsächliche Hilfe, findet höchste Anerkennung. Wer seinen Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten kann, vereinsamt und isoliert ist in Folge und nicht mehr weiter weiß, "ist auf Hilfe angewiesen, die über staatliche Leistung hinausgeht", betonte Dietrich. Hier greift das bürgerschaftliche Engagement der "Helfenden Hände", die solche Notlagen erkennen.

Sie haben sich große Sympathie erworben durch ihre Aktionen, die so Dietrich, "fest in der Bevölkerung des Gemeinwesens verankert" sind. Gelder werden auf vielfältige Weise erwirtschaftet. Dazu gehört etwa der Frauenflohmarkt Nollingen "Ladys Night", der Einsatz beim Sportlerball, Waffel und Kuchenverkauf am Trottoirfest und anderen Veranstaltung und ein privater Christkindlemarkt.

Die Einsatzbereiche sind extrem vielseitig

Mit Spenden, die Firmen und Privatleute geben, wird das Elternhaus der Kinderklinik in Freiburg oder das Kinder- und Jugendhospiz unterstützt, die Rheinfelder Tafel, die Finanzierung eins Fahrrades, damit ein Mensch seine Ausbildung an einem entfernten Arbeitsplatz machen kann. Auch für die Überführung eines Verstorbenen aus dem Ausland ist der Verein aufgekommen. Ebenso sind die von Dietrich als toporganisiert bezeichneten "Helfenden Hände" bei der Aktion "Sterntaler" auch vor Weihnachten unbürokratisch aktiv.

Den Dank der Stadt an alle, die sich auf ein Ehrenamt einlassen, versicherte Oberbürgermeister Klaus Eberhardt bei der Verleihung. Er lobt die "wunderbare Idee" am Tag des bürgerschaftlichen Engagement Menschen zu würdigen "die nicht jeden Tag oder regelmäßig im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen". Sie würden es aber verdienen, weil sie ein besonderes Engagement entwickeln und Zeit und Energie für andere Menschen einbringen und für Teile der Gesellschaft "einfach da" sind, so der OB. Ihr Tun werde getragen von Zeit, Kraft und Empathie und dabei brauchen sie auch manchmal Nerven. Das aber zeichne sie als "Rückgrat unserer Stadtgesellschaft" aus. Die "Helfenden Hände" fanden ganz besonders Anerkennung, weil sie sich für viele Lebenssituationen engagieren.