Interview

Paul Witt: „Im Wahlkampf kommt alles heraus“

Ingrid Böhm-Jacob

Von Ingrid Böhm-Jacob

Fr, 02. März 2012

Rheinfelden

BZ-INTERVIEW: Paul Witt, der an der Akademie Kehl Bürgermeisterkurse gibt, hält es für den schlimmsten Fehler, wenn Kandidaten nicht authentisch sind.

RHEINFELDEN. Bürgermeister und Oberbürgermeister in Baden-Württemberg nehmen eine starke Stellung ein. Sie repräsentieren nicht nur eine Stadt, sondern haben auch die politische Führung und bestimmen den Kurs der kommunalen Entwicklung. Nach 24 Jahren wählen mehr als 22 000 Stimmberechtigte in der großen Kreisstadt am 22. April ein neues Stadtoberhaupt und damit einen Nachfolger für Eberhard Niethammer. Ingrid Böhm-Jacob sprach zum Thema: "Wie wird man am besten OB?" mit einem, der es aus Erfahrung wissen muss: Der Rektor der Kehler Akademie, Paul Witt, leitet erfolgreich Bürgermeisterkurse.

BZ: Herr Professor Witt, kann man Bürgermeister lernen?

Witt: Ich möchte mal sagen jein. Man kann es sicherlich nicht, wenn man kein geeigneter Bürgermeistertyp ist. Was man lernen kann, sind die fachlichen Kenntnisse und das Methodische, nämlich wie man einen Wahlkampf optimal führt und dann hinterher, wie man das Amt des Bürgermeisters gut ausfüllen kann. Es ist sicherlich nicht alles lernbar, aber einiges.

BZ: Was macht nach Ihrer Erfahrung einen guten Bürgermeister oder Oberbürgermeister aus?

Witt: Ein guter Oberbürgermeister muss aus meiner Sicht im Prinzip zwei Anforderungen erfüllen. Er muss auf der einen Seite eine gewisse Fachkompetenz haben und auf der anderen Seite soziale Kompetenz haben. Fachkompetenz kann man in einschlägiger Ausbildung oder Studium, etwa ein juristisches erlernen.

BZ: Das ist aber nicht Voraussetzung?

Witt: Nein, Voraussetzung ist nur ein Mindestalter von 25 Jahren und dass Sie nicht vorbestraft sind. Aber ansonsten gibt es bei einer Direktwahl, und das ist auch richtig so, keine gesetzlichen Qualifizierungsvoraussetzungen.

BZ: Die Persönlichkeit entscheidet demnach, ob der Bewerber beim Wähler ankommt?

Witt: Fachliches Knowhow ist wichtig und eben soziale Kompetenzen. Dazu gehört die Kommunikationsfähigkeit, Kritikfähigkeit, das ist eine gewisse Offenheit auf Leute zugehen zu können, das ist eine gewisse Authentizität. Das sind die wesentlichen Dinge.

BZ: Wahlkämpfe werden unterschiedlich geführt. Es gibt Kandidaten, die glänzen mit fachlichem Wissen, andere ...

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