Einbahnstraße

Kirchstraße in Rickenbach bleibt vorerst frei befahrbar

Michael Krug

Von Michael Krug

Do, 14. November 2019 um 15:00 Uhr

Rickenbach

Der Rickenbacher Gemeinderat diskutierte über eine mögliche Einbahnstraßenregelung für die Kirchstraße. Der Grund: Täglich kommt es zu mehreren gefährlichen Situationen. Passiert ist erstaunlicherweise aber noch nichts.

Keine Einigkeit erreichte der Rickenbacher Gemeinderat in der Frage, ob die Kirchstraße zur Einbahnstraße erklärt werden soll. Vielmehr wurde die Verwaltung beauftragt, mit der Straßenverkehrsbehörde über Lösungsansätze zu beraten, um die gefährliche Stelle vor dem Rickenbacher Rathaus und der Einfahrt zum Parkdeck zu entschärfen.

Gemeinderat Walter Waßmer hatte vor Wochen die Diskussion angestoßen. Auslöser sind immer wiederkehrende, gefährliche Situationen die sich entlang der Kirchstraße, aber auch bei der Einmündung in die Hauptstraße ergeben. Und auch für Fußgänger ist die Kirchstraße kein sicherer Platz. Zwei Autos kommen in ihr kaum aneinander vorbei, ohne das eines davon auf den Gehweg ausweichen muss. Und mit dem neuen Parkdeck wurde eine weitere Gefahrenstelle geschaffen. Wie dem also begegnen?

Im Rathaus selbst weiß man um die Gefährlichkeit am besten Bescheid. Kein Tag vergehe, an dem er oder Hauptamtsleiter Markus Wagner nicht beim Blick aus dem Fenster Zeugen eines Fastunfalls werden. "Es ist eigentlich unglaublich", wunderte sich Bürgermeister Dietmar Zäpernick in der Sitzung, dass an dieser Stelle noch nichts passiert sei.

Das Problem aber: Die Straßenverkehrsbehörde weiß um die Problematik, wird indes aber noch nicht von sich aus tätig, weil es bislang keinen Unfall an dieser Stelle gegeben hat. Die Hausaufgabe an die Verwaltung lautete nach der letzten Verkehrsschau, selbst etwas zur Entschärfung der Gefahrenstelle zu tun. Ein Blumentrog sollte diese Aufgabe übernehmen. So recht scheint er dieser Aufgabe bislang noch nicht gerecht geworden zu sein. Martina Lütte stellte zugleich noch dessen ästhetische Qualität in Frage und war eingangs der Diskussion sogar zu allem bereit, was "diesen hässlichen Kübel" überflüssig machen würde.

Zwei Wochen lang wurden Autos gezählt

Die Verwaltung hatte Vorarbeit geleistet und zwei Wochen lang die Menge an Autos gezählt, die vom Dorfzentrum kommend die Kirchstraße Richtung Hauptstraße nehmen. An normalen Tagen zählte man demnach zwischen 250 und 300 Autos, an einem Sonntag waren es sogar nur 45. Offenbar wird noch dazuhin auch wild geparkt entlang der Kirchstraße und vor dem Jugendheim beziehungsweise dem Schuhhaus Matt.

Bei der Einmündung der Kirchstraße in die Hauptstraße erschwert die eingeschränkte Sicht ein reibungsloses Einfahren. Und mit den beiden Ausfahrten des Parkdecks kamen zwei neue Gefahrenstellen hinzu.

Der Gemeinderat teilte sich in drei Lager: Das eine (Manfred Eckert und Peter Kermisch) wollte alles so belassen, wie es derzeit ist. Das zweite Lager würde die Kirchstraße in eine Einbahnstraße umwandeln, aber nur bis zur Parkdeckeinfahrt (Matthias Vogt und Liselotte Schleicher), wobei die Grünen-Gemeinderätin nach der Parkdeckeinfahrt eine Fußgängerzone ins Spiel brachte.

Das dritte Lager (Rainer Wehrle) forderte, die ganze Kirchstraße zur Einbahnstraße zu erklären und hatte in Rathauschef Zäpernick einen Unterstützer, der von einem "Gewurstel" nichts hält, "sondern wenn wir aus einer Richtung schließen, dann ganz". Volker Matt forderte eine Zählung der Autos auch aus der anderen Richtung, um ein vollständiges Bild zu erhalten. Werner Schlachter gab zu bedenken, dass in der Straße keine zwei Autos aneinander vorbeikommen, ohne das eines davon auf den Gehweg ausweicht.

Peter Kermisch gab zu bedenken, dass eine Einbahnstraßenregelung nur bis zu Parkdeck viele dazu verleiten würde, auch noch die paar Meter weiter zu fahren. Rainer Wehrle regte an, dem Wildparken durch das Aufkleben weißer Streifen zu begegnen. Andreas Baumgartner meinte, dass der Blumenkübel nicht an der richtigen Stelle stehe und war der Meinung, dass es noch einen zweiten brauche, um den Verkehr insgesamt sicherer zu machen.

Am Ende der Diskussion war man sich einig, dass die Verwaltung noch einmal den Kontakt zur Straßenverkehrsbehörde aufnehmen solle, um die Situation in der Kirchstraße zu verbessern. Bürgermeister Zäpernick sagte dies zu und meinte, Ergebnisse würden aber sicher erst im kommenden Jahr im Gemeinderat präsentiert werden können.