Statistik

RKI vorsichtig optimistisch angesichts strenger Maßnahmen in Corona-Krise

afp

Von afp

Mo, 23. März 2020 um 11:12 Uhr

Deutschland

Laut Robert-Koch-Institut sind bundesweit aktuell 22.672 Infektionen mit dem Coronavirus bekannt - ein Plus von 4062 seit Sonntag. Die exponentielle Wachstumskurve habe sich etwas verflacht.

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat sich vorsichtig optimistisch gezeigt, dass die wegen der Corona-Krise getroffenen Maßnahmen in Deutschland bald greifen könnten. "Wir sehen den Trend, dass sich die exponentielle Wachstumskurve etwas abflacht", sagte Wieler am Montag in Berlin. Für wirklich fundierte Aussagen sei es aber noch zu früh. Wieler zufolge könnte der Trend am Mittwoch definitiv besser bewertet werden.

Vor einer Wochen waren in Deutschland weitgehend Schulen und Kitas geschlossen worden. Auch andere öffentliche Einrichtungen wie Klubs machten dicht, zudem wurden die Öffnungszeiten zunächst stark eingeschränkt.

Angesichts der massiven Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus rechnete das RKI zunächst damit, dass sich frühestens Ende dieser Woche mögliche Effekte zeigen und die Maßnahmen greifen. Er sei "optimistisch", dass die Auswirkungen der Maßnahmen "schon jetzt sichtbar sind", sagte Wieler am Montag. Mit hundertprozentiger Sicherheit könne dies aber jetzt noch nicht bestätigt werden.

Das exponetielle Wachstum beschreibt, wie sich die Fallzahlen in einem bestimmten Zeitraum etwa verdoppeln, das Wachstum also immer schneller wird.

Zuletzt waren die Maßnahmen nochmals verschärft worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einigte sich am Sonntag mit den Ministerpräsidenten der Länder darauf, die Versammlungsfreiheit bundesweit massiv einzuschränken. Unter anderem sind Kontakte von mehr als zwei Menschen im öffentlichen Raum seit Montag verboten.
Die aktuellen Zahlen in Deutschland
Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Montag mit 22.672 angegeben - ein Plus von 4062 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 24.873 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 86 Todesfälle, die JHU 94 Tote.
Das RKI wies am Montag jedoch darauf hin, dass am Wochenende nicht aus allen Ämtern Daten übermittelt wurden, sodass der berichtete Anstieg der Fallzahlen nicht dem tatsächlichen Anstieg entspricht. Die Daten sollen am Montag nachübermittelt werden und ab Dienstag auch in der Statistik verfügbar sein.

Für die einzelnen Bundesländer übermittelte das RKI die folgenden Zahlen (Infizierte / Differenz zum Vortag / Tote):

Baden-Württemberg: 3811 / +4 / 21
Bayern: 4892 / +1242 / 26
Berlin: 1077 / +53 / 1
Brandenburg: 288 / +14 / 0
Bremen: 170 / +5 / 0
Hamburg: 943 / +71 / 0
Hessen: 1347 / +172 / 3
Mecklenburg-Vorpommern: 172 / +0 / 0
Niedersachsen: 1483 / +177 / 4
Nordrhein-Westfalen: 5615 / +2070 / 28
Rheinland-Pfalz: 1177 / +124 / 2
Saarland: 200 / +13 / 0
Sachsen: 653 / +47 / 0
Sachsen-Anhalt: 212 / +1 / 0
Schleswig-Holstein: 383 / +36 / 1
Thüringen: 249 / +33 / 0

Gesamt: 22.672 / +4062 / 86