Bernadette La Hengst

INDIE-POP: Austauschen statt Ausgrenzen

Thomas Steiner

Von Thomas Steiner

Mi, 12. Juni 2019

Rock & Pop

"Ihr wollt das Volk sein" / Wir sind die Vielen!" Ein funky Lied gegen die Rechten eröffnet Bernadette La Hengsts neues Album. Und wer sind die Vielen? Zum Beispiel "die Genießerinnen", "die Hoffnungsvollen" und "die eigensinnig Einzelnen". Die Berliner Sängerin und Multiinstrumentalistin gehört selber zu allen drei Kategorien. Sie vertont politische Statements, steht auf Theaterbühnen (früher öfter in Freiburg, derzeit im Bowie-Musical "Lazarus" in Hamburg) und hat jetzt mit ihrem vierten Soloalbum das musikalisch dichteste ihres Schaffens gemacht. Es gibt Disco-Rock ("I Am Art"), eine Chor-Hymne für den Klimaschutz ("I’m an Island") und Nordafrikanisches. La Hengst ist gereist: Nach Casablanca, wo sie "Gheda Inchallah” mit dem Sänger Sai Yacine und dem Rapper Hamza Khafif und "Beauty In The Dirt" mit dem Sänger Ibrahim Bennani aufgenommen hat. Und nach Beirut, wo ihre Eltern in den 60ern gelebt haben und sie die Oud-Spielerin Youmna Saba traf. Begegnen und Austauschen statt Bekämpfen und Ausgrenzen.

Bernadette La Hengst: Wir sind die Vielen (Trikont). Konzert: Freiburg, Slow Club, Fr, 14. Juni, 21 Uhr