Landesliga

Rückschläge für Bad Bellingen und Wittlingen im Abstiegskampf

Matthias Konzok

Von Matthias Konzok

So, 15. Mai 2022 um 21:49 Uhr

Landesliga Staffel 2

Der VfR Bad Bellingen und FC Wittlingen haben es verpasst, ihre Ausgangslage im Abstiegskampf markant zu verbessern. Während der VfR sich einen Punkt erkämpft, geht Wittlingen leer aus.

Mal schien es, als sei der Knoten geplatzt. Mal schien es, als fehle nur noch ein kleiner Funken, um die Aufholjagd zu entfachen. Doch jeder Hoffnungsschimmer bei den Landesliga-Fußballern des VfR Bad Bellingen und FC Wittlingen war letztlich von Rückschlägen begleitet.

Auch am sechstletzten Spieltag verpassten es die beiden Kellerkinder, ihre Ausgangslage am Tabellenende spürbar zu verbessern. Der sichere Klassenerhalt mit Rang zwölf liegt fünf Partien vor dem Saisonende sieben (VfR) respektive elf Zähler (FCW) entfernt, wobei bei beiden Mannschaften angesichts des im Vergleich zur Konkurrenz deutlich schlechteren Torverhältnisses ein Extrapunkt hinzuzurechnen ist. Für die Wittlinger bleibt nur noch der Strohhalm, dass im günstigsten Fall Rang 14 zum Landesliga-Verbleib reichen könnte.

Die Defensive bleibt die Achillesferse des VfR Bad Bellingen

Den Rückstand auf die dort platzierte SG Nordweil-Wagenstadt konnte Bad Bellingen um einen auf zwei Zähler verringern. "Wichtig war, dass wir überhaupt gepunktet haben", lautete die unter diesem Aspekt treffende Feststellung von Trainer Roger Mouttet nach dem 3:3-Remis gegen den Freiburger FC II. War für den VfR in der Hinrunde die schwächste Torausbeute der Staffel notiert, ist die Offensive längst auf Touren gekommen. In den letzten beiden Partien erzielten die Bad Bellinger jeweils drei Tore. Beim SV 08 Laufenburg (3:4) ging man leer aus, gegen Freiburg reichte es zumindest für einen Punkt.

Das Manko bleibt die defensive Stabilität. Die individuellen Fehler vor Gegentoren sind der rote Faden der Bad Bellinger Saison. Gegen die FFC-Reserve sah Mouttet erneut Defizite in der Zweikampfintensität, die seine Mannschaft zuweilen zu spät im nötigen Maße abruft und "in den entscheidenden Phasen einer Partie" oftmals vermissen lässt. Einer dauerhaften Stabilität abträglich sind die stetig wechselnden Formationen im Abwehrverbund, woraus Abstimmungsprobleme resultieren.

Gegen Freiburg geriet der VfR früh mit 0:2 in Rückstand (7.), in den ersten zwanzig Minuten seien die Gäste fußballerisch überlegen gewesen, so Mouttet. Doch kämpfte sich sein Team in die Partie, Tim Siegin und Mike Muser glichen bis zur 48. Minute zum 2:2 aus. Danach sah Mouttet "ein Spiel auf ein Tor" und das 3:2 durch Siegin (70.). Doch dem FFC reichte ein Konter, um zum Ausgleich zu kommen (75.).

Zwar beklagte Mouttet "zwei verlorene Punkte", dies jedoch gegen einen starken Gegner. "Die Moral war sehr gut, die Mannschaft ist intakt", hob er hervor. An Zuversicht hat der VfR-Trainer nicht verloren, obgleich er weiß, dass man auf Schützenhilfe und wohl eine reduzierte Zahl an Absteigern angewiesen ist.
VfR Bad Bellingen – Freiburger FC II 3:3 (1:2)

VfR: T. Muser; Lais, Meyer, Ophoven, Dickau (67. Durmus); M. Muser, Reif (86. Mulalic), Mouttet, Ar. Berisha (79. Zoutendijk); Siegin (90. Ad. Berisha), T. Schillinger. Tore: 0:1 Riechert (4.), 0:2 Janz (6.), 1:2 Siegin (44./FE), 2:2 Muser (48.), 3:2 Siegin (70.), 3:3 Sefrin (75.). Schiedsrichter: Brunner (Schonach). Zuschauer: 180.

Für die Wittlinger bedeutete die 1:3-Niederlage beim SV Ballrechten-Dottingen das neunte Spiel in Folge ohne Sieg. Dem Schlusslicht um das Trainerteam Angelo Cascio und Fabio Muto ist nicht abzusprechen, sich gegenüber der Hinrunde stabilisiert zu haben, doch bleibt seit dem hoffnungsvollen Start aus der Winterpause der erforderliche Ertrag aus. Ein Faktor: "Uns sind Stützen ausgefallen", sagte Muto. Diese permanenten Ausfälle konnte auch der inzwischen breitere Kader nicht kompensieren, zumal es teils erfahrene Leistungsträger wie Lamin Colley, Luigi Squillace und Arian Palatini betrifft.

Dahingehend war das Glück den Wittlingern auch in Dottingen nicht hold. Danilo Avellina schied nach 35 Minuten verletzt aus, Muto musste für den erkrankten Kapitän Benedict Schneider einspringen. "Mir fehlen die Spielpraxis und die Routine", befand er selbstkritisch, dass er seiner Elf keine große Hilfe habe sein können. Nach ihrer frühen Führungschance (2.) boten die Gäste eine "ganz schlechte erste Halbzeit", so Muto. "Die Dottinger haben uns gut zugestellt und wir keine Lösung gefunden." Zur Pause 0:1 in Rückstand, fing sich der FCW eine halbe Minute nach Wiederbeginn das zweite Gegentor. Die Gäste kamen in Überzahl auf 1:2 heran (Kronenberger/84.), beim letzten Freistoß eilte Torhüter Marco Hermann mit nach vorne, doch konterten die Dottinger und trafen noch zum 3:1.

"Wir resignieren nicht", betonte Muto, aber schon vor zwei Wochen hatte er gesagt: "Wir nehmen den Druck raus." Die Wittlinger sollen befreit aufspielen und noch "in vollen Zügen die Landesliga genießen". Denn der nächste Halt heiß voraussichtlich: Bezirksliga.
SV Ballrechten-Dottingen – FC Wittlingen 3:1 (1:0)

FCW: Hermann; Hucke (83. Hiller), Müller, Schmeller; Leisinger; Glattacker, Muto (75. Palatini), Kierzek; Streule; Strazzeri (59. Kronenberger), Avellina (35. Mo. Keller). Tore: 1:0 Bellemare (16.), 2:0 Casar (46.), 2:1 Kronenberger (84.), 3:1 Stellbogen (90.+3). Schiedsrichter: Gaßner (Hattingen). Zuschauer: 100. Rot: Höfler (47./Dottingen/Notbremse).