Ausbruch

Rund 40 Fälle von resistenten Keimen in Basler Spitälern

sda, gra

Von sda & Daniel Gramespacher

Do, 20. Juni 2019 um 09:14 Uhr

Lörrach

Das Basler Gesundheitsdepartement meldet eine unübliche Häufung antibiotikaresistenter Keime. Rund 40 Fälle sind bisher bekannt. In den Lörracher Kreiskliniken soll es keinen Ausbruch geben.

Eine unübliche Häufung von Nachweisen antibiotikaresistenter Keime vermeldet das baselstädtische Gesundheitsdepartement (GD): Seit Jahresbeginn habe man in rund 40 Fällen Enterokokken-Bakterien nachgewiesen, gegen die Vancomycin nicht wirkt. Solche VRE-Keime seien vor allem im Unispital registriert worden, aber auch in der Universitären Altersmedizin Felix Platter.

Besucher sollen Hände desinfizieren

Die unübliche Häufung erfordere Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung. Genannt werden intensivere Hygiene, Kontaktisolation sowie Abklärung von Kontakten. Das GD rät Spitalbesuchern, sich beim Betreten und Verlassen des Gebäudes die Hände zu desinfizieren. Bei Besuchen von an VRE Erkrankten müsse man Isolationsmaßnahmen einhalten.

Enterokokken gehören zur normalen menschlichen Darmflora; auch in Böden und Abwässern sind sie präsent. Die Übertragung von einer Person zur anderen erfolgt primär über Hände sowie über Gegenstände, die man berührt. Schwere Erkrankungen wegen VRE sind laut GD selten und betreffen meist immungeschwächte und schwerkranke Menschen. Für die Basler Behörden kommt die VRE-Zunahme nicht überraschend: In den vergangenen Jahren habe es größere Ausbrüche bereits gegeben in den Kantonen Waadt und Bern. Von dort aus hätten sich die Keime nachweislich ausgebreitet. Landesweit hätten sich die VRE-Fälle innerhalb von vier Jahre versechsfacht.

In den vier Häusern der Lörracher Kreiskliniken gebe es aktuell keine Ausbruchsituation, in der sich Patienten oder Mitarbeiter angesteckt hätten und sich VRE unkontrolliert verbreitet, hieß es dort am Dienstag auf Anfrage. Dass Patienten den Erreger in sich tragen, sei nie auszuschließen, sagte Pressesprecherin Marion Steger. Die Kliniken testeten stichprobenweise auf VRE, wenn sich Verdachtsmomente ergeben, auch verstärkt. Das sei derzeit nicht der Fall. Ein Screening aller Patienten sei laut Deutschem Beratungszentrum für Hygiene, das die Kliniken betreut, nicht sinnvoll.