Die fünfte Jahreszeit ist eröffnet

Adelbert Mutz

Von Adelbert Mutz

Mi, 13. November 2019

Rust

Narrenzünfte in der südlichen Ortenau eröffnen die Fasentskampagne 2020, die für einige eine besondere sein wird.

SÜDLlCHE ORTENAU. Die fünfte Jahreszeit hat begonnen. Traditionell haben am 11. November die Narrenzünfte die Fasent offiziell eröffnet – zum Beispiel auch in Rust, Ringsheim und Orschweier. Sie alle haben in dieser Fasentsaison besonderen Grund zu feiern.

Ringsheim
Um 19.11 Uhr am Montag wurde der erste Narr im Häs auf dem Rathausplatz aus dem Schlaf erweckt und stieg aus der Bütt. Für die Bewirtung sorgten die Ringsheimer Rämässer selbst. Bei kühlen Temperaturen war Glühwein das bevorzugte Getränk. Die erste Schunkelrunde begleiteten der Spielmannszug und die Guggemusik "Ohrenquäler" musikalisch.

Die Rämässer steuern schon im Januar den Höhepunkt der närrischen Zeit an: Dann feiern sie mit der Bevölkerung und befreundeten Zünften drei Tage lang ihr 66-jähriges Bestehen (siehe Info). Der Fokus sei längst auf dieses Fest gerichtet, sagt Eva Obergföll, seit April 2015 Oberzunftmeisterin. Die mehr als 100 Aktiven, vom Narrensome bis zum Narrenrat, sind seit Herbst 2016 im Festmodus, als das Jubiläum beim Verband Oberrheinischer Narrenzünfte angemeldet wurde. Viele weitere Formalitäten wurden laut Obergföll inzwischen abgearbeitet. Mit Unterstützung von Mitgliedern, Gemeinde, Vereinsgemeinschaft, Gastbetrieben und Privatleuten werde das Fest gelingen: "Ein Jubiläum in der Größe können wir sonst nicht meistern", so Obergföll.

Ein Höhepunkt soll der Umzug am 12. Januar werden. Rund 3000 Hästräger aus 66 Narrenzünften werden erwartet. "Es sind aber noch unglaublich viele Dinge zu regeln. Eine enge Zusammenarbeit mit Polizei, Feuerwehr, DRK, Gemeinde und Sicherheitsdienst ist erforderlich", so Obergföll. Hochprozentigen Alkohol werde es im Narrendorf bei der Kahlenberghalle nicht geben. "Wir wollen den Gästen zeigen, dass wir im kleinen Ringsheim eine wunderschöne Fasent machen können", betont Obergföll. Orschweier
Pünktlich um 11.11 Uhr eröffnete auch die Orschweierer Narrenzunft Hornig die Fasentsaison, in der sie ihr 60-jähriges Bestehen feiern werden (siehe Info), auch wenn das kein närrisch-krummes Jubiläum ist. Oberzunftmeister Volker Kern lockte am Montag nach einer launig-gereimten Begrüßung zunächst zwei Hästräger der Jockeli und Kühe hinter dem Narrenbrunnen auf dem Malaucèner Platz hervor, bevor der Narrenrat mit vereinten Kräften den Narrenbaum aufstellte. Anschließend machte der Narrenrat mit den Kindern der Orschweierer Kindertagesstätte begeistert bei Gesang und Gesten-Tanz mit.

Im Anschluss gab es Suppe im Freien vor dem Narrenschopf. Dort ging es abends drinnen weiter: Das neue Narrenratsmitglied Philipp Rauer stellte sich zu seinem obligatorischen Probejahr vor. Außerdem wurde Patrick Santo zum neuen Prinzen gekürt. Er war viele Jahre Zunftmeister und im Jahr 2003 auch schon mal Prinz gewesen, damals mit Meike Metzger als Prinzessin. Nun muss sich Santo erneut eine Prinzessin suchen – unter höchster Geheimhaltung, bis er sie am Bunten Abend der Hornigen vorstellen wird.

Rust
Auch bei der Narrenzunft Hanfrözi Rust wurde am Montag um 19.11 Uhr die Fasnachtskampagne 2020 eröffnet. Neben zahlreichen Hästrägern und dem Narrenrat waren auch die Balthasar-Hexen Rust und die Waldmeister-Hexen dabei.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Zeremonienmeister Christoph Lehmann und der Bekanntgabe der Termine für die kommende Fasentsaison wurde, untermalt vom Fanfarenzug Rust, bekannt gegeben, dass Sven King neuer Vogt ist. Sein Vorgänger Kai Melder überreichte ihm Vogtmütze und Zepter. Mit dem Ruster Lied, gespielt von einer Abordnung der Musikkapelle, und einem Feuerwerk wurde der neue Vogt Sven I. dann offiziell begrüßt. Er wird im Jubiläumsjahr, die Hanfrözi Rust werden 66 Jahre alt, einige Termine wahrnehmen müssen. Zum Schluss der Fastnachtseröffnung wurde gemeinsam das Badener Lied gesungen, bevor es zum Nudelsuppenessen ins Vereinsheim ging.