LEUTE UND LISTEN: "Wir wollen eine umweltfreundliche Verkehrswende"

Fabian Vögtle

Von Fabian Vögtle

Mi, 08. Mai 2019

Freiburg

ER IST SPITZE: Sascha Fiek möchte für die Freien Demokraten weiter im Gemeinderat sitzen.

FREIBURG (vö). Am 26. Mai wird ein neuer Gemeinderat gewählt. In Freiburg treten 18 Listen an. Welche Positionen vertreten sie? Wir haben die jeweiligen Spitzenkandidatinnen und -kandidaten um Antworten für einen Fragebogen gebeten. Heute: Sascha Fiek, FDP.

BZ: Herr Fiek, Sie sind Freiburger und Chef einer Fahrschule. Also kennen Sie wohl jeden Winkel in der Stadt. Haben Sie damit einen Vorteil?
Fiek: Die Stadt gut zu kennen, schadet keineswegs. Ich bekomme an vielen Orten hautnah mit, wo es klemmt – beim Verkehr, aber auch bei anderen Themen.

BZ: Wofür steht Ihre Liste?
Fiek: Als Freie Demokraten stehen wir für eine Rückkehr zu soliden Finanzen, wir kümmern uns um mehr Wohnraum, wollen eine umweltfreundliche Verkehrswende und mehr Digitalisierung.

BZ: Was muss sich in Freiburg dringend ändern?
Fiek: Die Freiburger Wirtschaft, die für uns alle Arbeitsplätze sichert und Steuern zahlt, sollte von der Stadt wieder als echter Partner und nicht als Gegner gesehen werden. Bisher werden Unternehmen oft in ein schlechtes Licht gerückt.

BZ: Soll Freiburg weiter wachsen oder sollte nach dem Bau des neuen Stadtteils Dietenbach Schluss sein?
Fiek: Hier müssen wir uns stärker an den jeweiligen Bedürfnissen der Menschen orientieren, anstatt von oben zu diktieren, was richtig und was falsch ist. Mit Dietenbach sind wir gut bedient, aber es schadet nicht, die Augen offen zu halten.

BZ: Für den neuen Haushalt haben Stadtverwaltung und Gemeinderat 70 Millionen Euro neue Schulden beschlossen. Wie bekommt man die Finanzen wieder in den Griff?
Fiek: Wir müssen konsequent an die konsumtiven Ausgaben rangehen und dort wo nötig reduzieren, um künftigen Generationen Handlungsspielräume zu hinterlassen. Mit einer Verschlankung der Verwaltung lässt sich was einsparen.

BZ: Ihre Traumveranstaltung für das Stadtjubiläum?
Fiek: Ein großes buntes Fest in der Innenstadt, auf dem die Menschen sich auf vielfältige Weise das näher bringen, was sie positiv mit Freiburg verbinden.

BZ: Bitte vervollständigen Sie: Ich finde den Gemeindevollzugsdienst…
Fiek: …ein notwendiges Übel, bei dem es gilt, sorgsam auf einen Ausgleich zwischen dem hohen Gut der Freiheit und dem Wunsch nach Sicherheit zu achten. Das ist ein Spannungsfeld, das uns seit jeher umtreibt.
BZ: Die Umsetzung politischer Entscheidungen scheitert immer öfter am Widerstand von Bürgern. Wie wollen Sie hier vermitteln?
Fiek: Wir müssen von Anfang an bei Projekten mit offenen Karten spielen, mehr auf das Instrument der Bürgerumfrage setzen und Konsequenzen aus der Bürgerbeteiligung sichtbar machen.

BZ: Mit welchen anderen Listen könnten Sie sich eine Zusammenarbeit vorstellen?
Fiek: In der Kommunalpolitik sind erfreulicherweise im Einzelfall ganz unterschiedliche und vielfältige Konstellationen möglich und in der Sacharbeit gibt es kein starres Lagerdenken.

BZ: Welcher Gemeinderatsbeschluss der vergangenen zehn Jahre war Top, welcher war der größte Flop?
Fiek: Top war der mutige Weg zum Stadttunnel, der die Lebensqualität verbessern wird. Ein Flop waren die finanziellen und bürokratischen Belastungen, etwa durch Steuererhöhungen.

Sascha Fiek, 44, ist Geschäftsführer einer Fahrschule. Er wohnt mit seiner Frau und dem gemeinsamen Sohn in der Wiehre. 2017 veröffentlichte er das Buch "Abseits von Himmel und Sünde".