Die Kirchen müssen sich verkleinern

Rolf Rhein

Von Rolf Rhein

Mi, 13. November 2019

Schallbach

Der Erhalt der Gebäude in Wittlingen und Schallbach ist der Landeskirche zu teuer / Pfarrhaus wird nun in Eigenregie verwaltet.

WITTLINGEN/SCHALLBACH (rhro). Wenig Erfreuliches hatte Pfarrerin Müller bei der Gemeindeversammlung der evangelischen Kirchengemeinde Wittlingen/Schallbach über die prekäre Gebäudesituation zu berichten.

Der Landeskirchenrat hat entschieden, dass die Kosten für den Gebäudeerhalt reduziert werden müssen und gleichzeitig vorgeschrieben, wie viel Fläche die einzelnen Kirchengemeinden noch zur Verfügung haben dürfen. Sowohl Wittlingen als auch Schallbach haben demnach zu viel Fläche. Mehrere Gebäude, darunter insbesondere der Michaelssaal in Wittlingen, sind sanierungsbedürftig. Geld von der Landeskirche gibt es dafür nicht mehr.

Hinzu kommen unterschiedliche Zuständigkeiten. So ist für das Pfarrhaus in Schallbach nicht die Kirche, sondern der Staat zuständig. Der Michaelssaal steht unter Denkmalschutz, weshalb auch noch die Denkmalbehörde mitmischt. Kurios: Die Sanierung von Pfarrhäusern wird vom Staat nur beim Einzug eines neuen Pfarrers genehmigt.

Daher hat die Kirchengemeinde einen "Befreiungsschlag" (Müller) unternommen. Man habe die Bezugspflicht des Staates abgelöst, indem man das Pfarrhaus nun in "Eigenregie" verwalte. Dafür habe man vom Staat 380 000 Euro Fördergeld bekommen. Außerdem habe man einen Bauausschuss eingesetzt, der nun Lösungen erarbeiten soll.