Mobilität

Schallstädter Rat diskutiert Radweg zwischen Biengen und Mengen

Julius Steckmeister

Von Julius Steckmeister

Do, 07. November 2019 um 18:45 Uhr

Schallstadt

Es geht nur um rund 500 Meter Radweg, die machen den Mitgliedern des Rats so einige Kopfschmerzen: Denn drei Varianten für den Weg stehen zur Debatte.

Im Stadium der Entwurfsplanung befindet sich derzeit ein gut 500 Meter langes Stück Radweg, welches parallel zur Kreisstraße 4937 gebaut, einmal die lückenlose Verbindung des Bad Krozinger Teilortes Biengen mit dem Schallstadter Teilort Mengen gewährleisten soll. Bisher mussten Radler, unter ihnen auch viele Schüler, die von Mengen nach Bad Krozingen fahren, das letzte Stück Strecke auf der Straße zurücklegen. Drei mögliche Verlaufsvarianten standen in der jüngsten Gemeinderatssitzung zur Diskussion.

"Ein lang gehegter Wunsch geht in Erfüllung." Bürgermeister Jörg Czybulka
Von Mengen kommend verläuft der Radweg bis dato über einen Wirtschaftsweg, der kurz vor der Möhlin auf die K 4937, Mengener Straße, mündet. Auf dem letzten halben Kilometer bis zum Biengener Ortsrand teilen sich bisher Autos und Radfahrer die Kreisstraße. Dies möchte der Landkreis im Zuge der Umsetzung seines Radwegeprogrammes ändern, zumal es das kurze Stück gemeinsamer Streckenführung für Radler durchaus gefährlich ist. Der fragliche Abschnitt ist nicht nur eng, sondern durch einen leichten Anstieg und eine langgezogene Kurve auch relativ unübersichtlich, insbesondere dann, wenn Autos Radler überholen.

"Ein lang gehegter Wunsch geht in Erfüllung", leitete Bürgermeister Jörg Czybulka den Tagesordnungspunkt vor allem mit Blick auf die radelnden Schüler ein. Als von der Bauplanung betroffene Gemeinde würde Schallstadt vom Bauherren, dem Landkreis, zur Sache gehört, fuhr der Rathauschef fort. Die Details zur Planung stellte Bauamtsleiter Georg Scheffold vor. Drei mögliche Verlaufsvarianten hatten die Planer erstellt, wovon, wie Scheffold vorwegnahm, die erste die zwar teuerste, jedoch auch die Beste wäre. Allen Varianten gemeinsam sei die zur Straße parallele Radwegführung auf der Ostseite der Kreisstraße. Kurz vor der Möhlin-Brücke sind drei unterschiedliche Verläufe angedacht, um den neuen Radweg mit dem hinter der Brücke von Mengen kommenden Wirtschaftsweg zu verbinden. Erstens könne – ebenfalls auf der Ostseite – eine separate Brücke nur für Radfahrer über die Möhlin gebaut werden. In Variante zwei würde der Radweg unmittelbar vor der Brücke enden. Radler müssten hier die K 4937 überqueren, die vorhandene Brücke benutzen und dahinter auf den westlich einmündenden Wirtschaftsweg fahren. Um die Gemengelage an der Brücke zu entschärfen, sehe Variante drei vor, die Querung nicht unmittelbar vor der Brücke, sondern rund 70 Meter weiter in Richtung Biengen stattfinden zu lassen. Von dort bis zur Brücke, welche dann wieder von Radfahrern und Autos gemeinsam genutzt würde, würde der neue Radweg dann jene 70 Meter auf der Westseite verlaufen.

Planung bereitet dem Gemeinderat Kopfschmerzen

Schon im Vorfeld der Gemeinderatssitzung hatte die Planung im Ratsgremium für Kopfschütteln und Kopfzerbrechen gesorgt. Zum einen war angeregt worden, die Varianten eins und drei zu kombinieren, um Radlern zum einen ein Überqueren der Straße auf Höhe der unübersichtlichen Brücke zu ersparen und zum anderen die Doppelnutzung der Brücke durch Radler und Autofahrer auszuschließen. Die Querung über die K 4937 solle, so die Idee aus den Reihen der Grünen-Fraktion im Gemeinderat, wie in Variante drei vorgeschlagen, 70 Meter vor der Kfz-Brücke erfolgen. Die in Variante eins vorgestellte, separate Radbrücke solle jedoch auf der Westseite des vorhandenen Brückenbauwerkes errichtet werden, um eine Doppelnutzung der ohnehin engen Brücke sowie eine weitere Überquerung der Kreisstraße zu vermeiden.

"Thema verfehlt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Planer einmal vor Ort war. Da werden 200 000 Euro ins Nichts gesetzt", lautete die Kritik von Julian Holzheu (CDU). "Aus Schallstadter Sicht ist mit diesem Lückenschluss das eigentliche Problem, ein direkter Anschluss nach Bad Krozingen, nicht gelöst", dröselte Hajo Frings (Bündnis 90/Grüne) die Kritik auf. "Radfahrer nehmen den direkten Weg", fuhr er fort. Dieser jedoch verliefe zumindest in weiten Teilen eher entlang der Landstraße L187 und damit nicht über Biengen sondern über Offnadingen. "Für wenig Geld wäre ein direkterer Weg möglich", lautete folglich Frings Fazit.

Hinsichtlich der vom Landratsamt vorgeschlagenen Streckenführungsalternativen schieden die Varianten zwei und drei aus, so Frings weiter. Geprüft werden solle zudem, ob Variante eins jedoch mit Brückenbau auf der West- statt, wie vom Landratsamt vorgeschlagen, auf der Ostseite möglich wäre. Einstimmig einigte man sich auf den Beschluss, Variante eins mit "erheblichen Bedenken" präferieren zu wollen zuzüglich der Anregung, weitere Lösungsoptionen in Betracht zu ziehen und "das Radwegeprogramm insgesamt zu überprüfen".