SCHNOOGELOCH: Verschlafener Besuch

Ulrike Derndinger

Von Ulrike Derndinger

Sa, 10. Oktober 2020

Meißenheim

Die Mutter hatte Besuch von ihrer Freundin. Als die Tochter fragt, was es Neues bei der Monika gibt, sagt die Mutter: "Des weiß i nit. Gschwätzt hän mer nit viel." Die Tochter ist erstaunt. Die Mutter empfängt oft im Bett liegend, weil es ihr so am wohlsten ist. Also gibt’s eigentlich nicht viele Möglichkeiten, was die beiden Damen außer Reden tun können. Was haben sie also die ganze Zeit gemacht? Die Mutter kann die Verwunderung der Tochter nicht verstehen. "D Monika isch kumme, het e Lehnstuehl newe s Bett gstellt un isch derno verschloofe", sagt die Mutter. Und was hat die Mutter währenddessen gemacht? "Ich hab au gschloofe", sagt die Mutter als wäre das das Normalste der Welt, was man tut, wenn Besuch kommt. Und dann? "Derno sin mer fascht glichzittig widder ufgwacht." Ja...und weiter? "Hän mer zämme ’Tee oder Kaffee’ im Fernseh gluegt – un d Monika isch scheen usgschloofe widder heimgfahre."