Die Landwirtschaft am Belchen ist anders

Martin Klabund

Von Martin Klabund

Di, 05. November 2019

Schönau

Bundestagsausschussmitglied Klaus-Peter Schulze (CDU) zu Gast.

BELCHEN. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Armin Schuster konnte erneut einen Berliner Politiker in den Südschwarzwald holen: Am Wochenende besuchte der CDU-Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Cottbus-Spree-Neiße, Biologe und Berichterstatter des Deutschen Bundestags, Klaus-Peter Schulze, den Belchen. Als Vertreter des Biosphärengebiets Schwarzwalds waren Christoph Huber aus dem Fachbereich Naturschutz, Landschaftspflege und Forschung sowie der Ranger Sebastian Wagner dabei.

Beide informierten den weitgereisten Gast über den heimischen Arten- und Strukturreichtum der kleinteiligen Landschaft. Durch die Mehrarbeit erleiden die Landwirte Abzüge in den Förderungen, denn diese sind auf zusammenhängende Flächen bezogen, die es am Belchen aber in dieser Form nicht gibt. Im Gegenteil, es müssten oft kleinste Flächen herausgerechnet werden. "Das Dreieck Landwirtschaft, Naturschutz im Biosphärengebiet und Tourismus muss funktionieren, dafür muss etwas getan werden", so Schuster. Deswegen sei auch Ministerin Julia Klöckner vor zwei Wochen zu Besuch in Adelsberg gewesen, sagte er.

Klaus-Peter Schulzes Eindruck: "Für mich ist die Tatsache erstaunlich, dass hier teilweise Geröllflächen aus der Gesamtförderungsflächenmenge herausgerechnet werden müssen, und ich frage mich, wie weit wir das noch treiben wollen." Werfe man einen Blick nach Rumänien oder Griechenland, so wundere man sich, dass es dort zum größten Teil nicht einmal ein Kataster gibt, keine Flurstücke und kein Grundbuch – "aber die Förderungen von EU-Seite laufen trotzdem, während hierzulande der kleine Nebenerwerbslandwirt mit Verordnungen und komplizierten Verfahren zusätzlich belastet wird", sagte Schulze. Er sagte zu, sich in den Ausschüssen des Bundestags für eine realistischere Berechnungsgrundlage der Fördermittel in besonderen geographischen Lagen einsetzen. In Südtirol seien ähnliche Probleme bereits gelöst worden – "wir sind auf dem Weg dahin", sagte Schulze.