Die VR-Bank sieht sich "bestens aufgestellt"

Anja Bertsch

Von Anja Bertsch

Fr, 10. Mai 2019

Schopfheim

Kreditinstitut trotzt Niedrigzinsen und Bürokratie-Belastung / Rückendeckung von der Vertreterversammlung.

SCHOPFHEIM. "Trotz vielfältiger Herausforderungen sehen wir uns bestens aufgestellt", verkündete Ines Niederschuh als Vorstandsvorsitzende der VR-Bank auch im Namen ihres Vorstandskollegen Bernhard Schlageter bei der Vertreterversammlung am Dienstag in der Stadthalle. Ganz so euphorisch wie in früheren Jahren zeigte man sich nicht beim Blick auf die Bilanzen: Anhaltende Niedrigzinsen und "bürokratische Belastungen" stellten die Banken vor Herausforderungen. Die Mitglieder der Genossenschaftsbank dürften gleichwohl zufrieden sein: Am Donnerstag bekamen sie eine Dividende von drei Prozent ausgezahlt.

Bankenkrise und Regulatorik: Die massive Verschärfung der regulatorischen Anforderungen an die Banken seit der Finanz- und Schuldenkrise sei grundsätzlich durchaus sinnvoll, stelle kleinere Banken jedoch vor große Herausforderungen, machte Niederschuh deutlich: Egal ob regionale Genossenschaftsbank oder internationale Großbank: Die Anforderungen seien im Prinzip identisch. Der Aufwand trage dazu bei, dass die Zahl der Banken bereits drastisch abgenommen habe. Damit gehe ein wichtiger Stabilitätsfaktor am Wirtschaftsstandort Deutschland verloren, mahnte Niederschuh. Abhilfe erhofft man sich hier von einer neuen Gesetzgebung. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen habe man auch 2018 ein gutes Ergebnis erzielt.

Ausblick: Verhalten positiv fiel Niederschuhs Ausblick aus: Grundsätzlich sehe man "durchaus Chancen für eine insgesamt positive Entwicklung". Allerdings erwarte man künftig in Sachen Zins- und Provisionsüberschuss sowie Ergebnis aus normaler Geschäftstätigkeit einen Rückgang. Die Eigenkapitalbasis soll nach Möglichkeit weiter gestärkt werden. Eben hier liege denn auch die eigentliche Aufgabe der VR-Bank: Als regional verwurzelte Genossenschaftsbank gehe es nicht darum, größtmögliche Gewinne zu erzielen, sondern darum, solide zu wirtschaften, um auch in Zukunft zu bestehen.

Förderung und Partnerschaft: Im Sinne der Verbundenheit vor Ort unterstützte die VR-Bank im vergangenen Jahr gemeinnützige Einrichtungen und Vereine mit insgesamt 126 000 Euro. Darüber hinaus unterstützt die Bank Crowfunding-Projekte über eine eigens eingerichtete Plattform. Die Genossenschaft selbst hat 11 000 Mitglieder und ist damit die größte Personenvereinigung im Mittleren und Oberen Wiesental.

Abstimmung der Vertreter: Der Aufsichtsratsvorsitzende Andreas Philipp berichtete über die Tätigkeit des Aufsichtsrates, der die Aktivitäten und Geschäftspolitik des Vorstandes laufend überwachte. Auch die Prüfung durch die Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband habe keinerlei Einwendungen ergeben. Die 85 stimmberechtigten Vertreter schlossen sich daher unter anderem den Beschlussvorschlägen zur Feststellung des Jahresabschlusses und zur Ergebnisverwendung an. Auch die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat erfolgte einstimmig – durchaus keine Selbstverständlichkeit, wie Vorstandsvorsitzender Bernhard Schlageter mit Seitenblick auf nationale und international Konzernprominenz schmunzelte. Turnusgemäß schieden Alexander Graf und Rudolf Philipp aus dem Aufsichtsrat und wurden postwendend einstimmig wieder ins Gremium gewählt.

Info neue Filiale: Die neue Filiale der VR-Bank in der Roggenbachstraße soll am 30. Juni ihre Pforten öffnen.