Kohlengässle-Neubau rückt näher

Nicolai Kapitz

Von Nicolai Kapitz

Fr, 20. September 2019

Schopfheim

Gemeinderat beschließt Aufstellung von Bebauungsplan / Parkplatz Wehrer Straße bleibt / Ideen für ein neues Rathaus.

SCHOPFHEIM. Das Uehlin-Areal wird am kommenden Samstag eingeweiht – und schon nimmt an einer anderen Stelle der Innenstadt das nächste große Bauprojekt Fahrt auf. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Montag den Bebauungsplan für das Kohlengässle-Areal zwischen Wehrer Straße, Hebelstraße und Schwarzwaldstraße auf den Weg gebracht. Der aktuelle Entwurf für die Bebauung fand ebenfalls den Segen der Räte. Eine Forderung war allerdings, dass sich die Stadt die Option erhalten soll, in fernerer Zukunft dort ein neues Rathaus zu bauen.

Das Kohlengässle-Areal: Beim künftigen Kohlengässle-Areal handelt es sich um das Gebiet zwischen Bahnlinie, Wehrer Straße, Steinhäußler Straße, Schwarzwaldstraße und Hebelstraße. Mitten hindurch verläuft das namensgebende Kohlengässle, ein Fußweg. Dieser Weg teilt das Areal auch in zwei Bereiche: Der nördliche Teil mit dem früheren SBG-Busparkplatz und einigen Gebäuden – darunter das jetzige Jugendzentrum – gehört der Stadt. Weil die Stadt ihrerseits mit einem Verkauf der Grundstücke erst beginnen kann, wenn das JUZ in die neue Ebert-Schule umgezogen ist, wird sich hier bis mindestens 2022 erst einmal nichts tun. Der südliche Teil, auf dem bereits Abrissarbeiten an den dortigen Gebäuden begonnen haben, gehört einem Investor aus Lörrach. Damit beide Teile später zu einer städtebaulichen Einheit zusammenwachsen können, hat der Gemeinderat nun per Bebauungsplan und städtebaulichem Entwurf Spielregeln aufgestellt.

Rückblick: Im Herbst 2018 hatte die Stadt vier Büros beauftragt, Entwürfe für die Kohlengässle-Bebauung einzureichen. Eine Jury hatte im Januar einen Siegerentwurf gekürt. Nachdem sich der Gemeinderat dann im Februar dieses Jahres darauf verständigte hatte, auf Basis dieses Siegerentwurf weiterplanen zu lassen und einen Bebauungsplan aufzustellen, stand nun – nach erneuter Überarbeitung der Pläne – der nächste Schritt an: Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan auf Basis des aktuellen Entwurfs.

Der aktuelle Entwurf: "Was wir Ihnen zeigen, ist ein überarbeiteter Siegerentwurf", sagte Stadtplaner Peter Egi am Montag im Rat. "Wir haben das besten aus den beiden Erstplatzierten des Gestaltungswettbewerbs herausdestilliert." Gegenüber den Plänen, die im Januar vorgestellt worden waren, verändert sich das Gesicht des Areals noch einmal deutlich: So wird zum Beispiel der Parkplatz an der Wehrer Straße sicher nicht bebaut. "Das würde die Parkplatzprobleme in der Stadt verschärfen. Außerdem gibt es dort Anwohner, die Überfahrtsrechte besitzen", erklärte Peter Egi. Außerdem wurde der Grundriss einiger Gebäude und auch die Aufteilung der Häuser noch einmal überarbeitet. Schlussendlich sollen auf dem südlichen Teil, auf dem die Bauarbeiten bald starten, vier Wohnblöcke in unterschiedlicher Größe entstehen. Auf dem nördlichen Teil kommen später noch einmal zwei Blöcke dazu. Insgesamt entstehen hier – so Peter Egi am Montag – rund 60 Wohnungen.

Zukünftiges Rathaus? Wie die Bebauung auf dem nördlichen, städtischen Teil des Areals einmal genutzt wird, steht noch nicht fest. Jürgen Fremd (Grüne) und Kai Horschig (Freie Wähler) brachten jedenfalls einen Punkt ins Spiel, der während des Bürgermeisterwahlkampfs im vergangenen Jahr und auch während der Klausurtagung des Gemeinderats mehrfach diskutiert wurde: Die Stadt soll sich die Möglichkeit offenhalten, dort in einer etwas ferneren Zukunft ein neues zentrales Rathaus zu bauen.