Seniorenhaus soll langsam wachsen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 04. Juni 2019

Schopfheim

SPD-Landtagsabgeordneter Rainer Stickelberger war im Bifig zu Gast / Ab Herbst soll die Einrichtung kostendeckend arbeiten.

SCHOPFHEIM (BZ). Eine Öffnung ins Quartier im Bifig und Nachbarschaftshilfe, dazu Essen auf Rädern und ambulante Kurzzeitpflege – auf diese Weise möchte das neue Seniorenhaus am Max-Picard-Platz fester Bestandteil der Versorgungslandschaft in Schopfheim werden. Das erläuterte Mühlehof-Geschäftsführer Wolfram Uhl bei einem Besuch des SPD-Landtagsabgeordneten Rainer Stickelberger. Das Seniorenhaus soll ab Herbst kostendeckend arbeiten.

"Wir wollen Teil einer Versorgungsstruktur sein, die es jedem ermöglicht, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu leben", wird Uhl in der Pressemitteilung zitiert. Dazu brauche es viele verschiedene Unterstützungsformen und viele Akteure. In Steinen, wo die Seniorengenossenschaft Steinen (SGS) mit dem Mühlehof bereits ein Seniorenhaus betreibt, gebe es diese Strukturen bereit. Hier, so Wolfram Uhl, müssten ältere Menschen zu allerletzt ins klassische Pflegeheim. Auch in Schopfheim plane man eine Öffnung ins Quartier und Nachbarschaftshilfe, Essen auf Rädern sowie eine Verhinderungspflege als ambulante Kurzzeitpflege, um dieses Ziel zu erreichen.

Noch sei das Haus nicht voll belegt. "Wir wollen kein übermäßig schnelles Wachstum. Die Struktur muss langsam wachsen. Daher werden wir auch erst im Hebst kostendeckend arbeiten", erläuterte Uhl. Mit der SGS als Träger müsse man jedoch nicht zwingend Gewinne erzielen. Jeder Gewinn gehe komplett ins Personal. Im Mühlehof Steinen arbeite die SGS daher auch mit mehr Personal als vom Gesetzgeber gefordert – zugunsten der Bewohner. Bei der ansonsten schwierigen Gewinnung von Fachkräften habe man "kein Problem", so Uhl. Für die Mitarbeiter zähle nicht nur der Lohn, sondern "die Arbeitszufriedenheit", ergänzte Birgit Petersen-Mirr, Vorsitzende der Seniorengenossenschaft. Dennoch, so betont auch Uhl: "Die Pflege muss besser bezahlt werden. "

Die Delegation um Rainer Stickelberger, zu der auch Schopfheims Bürgermeister Dirk Harscher und SPD-Gemeinderatsfraktionssprecher Artur Cremans gehörten, zeigte sich laut Mitteilung sehr angetan vom Konzept. Wolfram Uhl, Eva Kollhoff, Leiterin des Seniorenhauses, Sandra Schlageter (stellvertretende Pflegedienstleitung) und Birgit Petersen-Mirr führten durch das Haus. "Hier könnte ich mir auch vorstellen, später zu wohnen", zeigte sich Stickelberger von den hellen, freundlichen Zimmern und der Atmosphäre im Haus angetan. Das Konzept mit seinen drei Säulen – ambulant betreute Wohngemeinschaft, Servicewohnen und Tagespflege – habe ihn auf Anhieb überzeugt. Probleme gebe es aktuell noch mit dem Brandschutz im Rahmen des Nutzungsänderungsantrages, bedauerte Wolfram Uhl. Sowohl Stickelberger als auch Bürgermeister Harscher und Artur Cremans sagten ihre Unterstützung zu. Zudem machte Uhl auf die Problematik der ehrenamtlichen Fahrer für den Hol- und Bringedienst der Tagespflege aufmerksam. Die Finanzverwaltung erkenne diese Tätigkeit nicht als ehrenamtliches Engagement an. Der Bundesfinanzhof beschäftige sich zur Zeit mit dem Thema. Rainer Stickelberger wolle sich in dieser Sache an Finanzministerin Sitzmann wenden, teilt die SPD mit.