Was bei Herbster Hülsen alles neu ist

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 22. Mai 2019

Schopfheim

Firma lädt am Samstag ein zum Tag der offenen Tür / Komplex für 4,5 Millionen Euro ausgebaut / Nachhaltige Zukunftsstrategie.

SCHOPFHEIM (BZ). Was verbindet die Hülsenfabrik Herbster mit Bienenhäusern oder dem Hockeyrasen der Olympischen Spiele in London? Antworten darauf gibt es am kommenden Samstag, 25. Mai. Der seit 118 Jahren in Schopfheim ansässige He

rsteller von Hartpapierrohren und -ringen öffnet die Tore und lädt ein, die Firmengebäude sowie die Produktionsanlagen zu besichtigen. Anlass ist die Fertigstellung von drei neuen Hallenkomplexen. Die Summe von 4,5 Millionen Euro hat die Firma dazu investiert.

Die Hülsenfabrik Herbster mit ihren rund 75 Mitarbeitern stellt Hülsen aus Hartpapier her. Diese kommen auf vielfältige Weise zum Einsatz, insbesondere in der Papier-, Film-, Folien-, Vliesstoff-, Textil-, Etiketten-, und Klebebandindustrie und als Verpackungs- und Versandhülse. So werden die Produkte beispielsweise zum Aufspulen von Elastikfäden für Babywindeln, Airbags, Hygieneartikel für Damen, für das Aufwickeln von Filterpapieren für Teebeutel, Folien für Lebensmittelverpackungen oder für Vliesstoff wie etwa für Vileda-Haushaltsprodukte eingesetzt.

Getreu dem firmeneigenen Motto "Gemeinsam unterwegs in eine nachhaltige Zukunft" wurden nun 4,5 Millionen Euro in drei neue Hallenkomplexe mit insgesamt 4500 Quadratmetern Gesamtfläche für Produktion, Trocknung und Lager am Standort Schopfheim investiert. Um dabei dem Thema Nachhaltigkeit gerecht zu werden, wurde – wie es in der Pressemitteilung heißt – zusammen mit den Baufirmen und Planern ein Baukörper realisiert, "der ökologisch und energetisch höchste Ansprüche erfüllt und vor allem ergonomische und ansprechende Arbeitsplätze schuf". So entspricht der Neubau dem Energieeffizienzstandard 100, zeitgleich wurden auch am Bestandsgebäude der Energieeffizienzstandard auf dieses Niveau gebracht. Die gesamte Dachfläche von Herbster steht zur energetischen Nutzung durch Solarmodule zur Verfügung. Derzeit sind 1028 Module mit einer Gesamtleistung von 217 kWp mit einer Jahresleistung von 206 200 Kilowattstunden (kWh) montiert. Zusätzlich werden bei der Papierfabrik Carl Lenz in Wehr – ein Unternehmen der Herbster-Gruppe – mit Wasserkraftturbinen etwa 700 000 Kilowattstunden (kWh) Strom pro Jahr erzeugt. Im Zuge des Neubaus wurde auch zahlreiche betrieblichen Abläufe optimiert und Einsparpotenziale genutzt. Doch bereits bei der Entwicklung der Produkte werde Wert darauf gelegt, dass diese recyclingfähig sind und nach ihrer Nutzung dem Wertstoffkreislauf wieder zugeführt werden können, schreibt die Firma. Seit Jahren praktiziere Herbster mit der Papierfabrik Carl Lenz in Wehr einen geschlossenen Rohstoffkreislauf – alle Produktionsabfälle werden auf kurzem Weg der Papierfabrik zur Wiederverwertung zugeführt und daraus wird dann neues Papier hergestellt.