Der Breisacher Fahnenmann

bex

Von bex

Fr, 16. Mai 2014

Schülertexte

Heinrich Grimm besitzt 160 verschiedene Flaggen.

Wer nach Breisach fährt, kennt ihn: Auf der linken Seite in den Schrebergärten steht ein sieben Meter hoher Fahnenmast, der täglich neu beflaggt wird. Dafür ist Heinrich Grimm in Breisach bekannt. Der 67-jährige, pensionierte Polizist hisst seine Flaggen gemäß der Flaggenetikette täglich bei Sonnenaufgang und holt sie bei Sonnenuntergang wieder ein.

Zumindest am Anfang war das die erste Zeit so. Nun "nimmt er es etwas lockerer" und hisst häufig erst gegen halb zehn. Doch im Allgemeinen halte er die Flaggenetikette für wichtig und versuche, sie so gut wie möglich einzuhalten, sagt Grimm. Meist ist es die Flagge des Landes, das gerade Nationalfeiertag hat, andere wählt er zur Erinnerung an Katastrophen oder besondere Ereignisse aus.

So hing sie zum Beispiel am 11. März für das Erdbeben in Japan 2011 auf Halbmast. Vor seinem Garten hat Heinrich Grimm einen Rothauskasten angebracht, in dem Informationen über die jeweils gehisste Flagge zu finden sind. Auf die Idee habe ihn seine Frau vor etwa acht Jahren gebracht, erzählt Grimm. Sie habe ihm damals einen ersten kleinen Fahnenmast gekauft, an dem zunächst dauerhaft die deutsche Flagge hing. Doch mit der Zeit kaufte er sich immer mehr dazu oder bekam welche geschenkt.

Er legte sich einen größeren Mast zu und ist mittlerweile mit rund 160 verschiedenen Fahnen ein leidenschaftlicher Fahnensammler. Geordnet liegen die Fahnen alle in seiner Kommode. Ans Aufhören denkt Grimm noch lange nicht, im Gegenteil: Er will seine Sammlung noch deutlich vergrößern.