Alkohol in der Schwangerschaft

Fatale Folgen für das Kind

Jennifer Perez D, Klasse 8, Freie Waldorfschule Schopfheim

Von Jennifer Perez D, Klasse 8 & Freie Waldorfschule Schopfheim

Do, 22. Mai 2014 um 11:17 Uhr

Schülertexte

Können Sie sich jemanden vorstellen, der seinem Baby alkoholische Getränke ins Fläschchen gibt? Schon bei dieser Frage schütteln doch die meisten entsetzt mit dem Kopf. Nichts sehr viel anderes ist aber der Konsum von Alkohol während der Schwangerschaft.

Der medizinische Name ist Fetale Alkoholspektrumstörung (FASD) – diese Krankheit nehmen Mütter in Kauf, die nicht auf Alkohol verzichten wollen oder können. Dass Alkohol während der Schwangerschaft schädlich ist, ist eigentlich seit Jahrzehnten bekannt, und doch wissen die wenigsten, welche Auswirkungen das auf das ungeborene Baby im Mutterleib haben kann. Logisch ist, trinkt die Mutter während der Schwangerschaft Alkohol, gelangt es auch in die Blutbahn des Babys. Doch Embryos können kein Alkohol abbauen, im Gegensatz zu den Erwachsenen produzieren sie ein wichtiges Enzym dazu noch gar nicht.

Was bedeutet das? Sie stehen viel länger unter dem für die Entwicklung schädlichen Alkohol, als der Mutter bewusst ist. Und währen dieser Zeit können Schäden entstehen, wie Minderwuchs, Kleinköpfigkeit, Gesichtsentstellungen, organische Schäden. Der Alkoholkonsum kann unter anderem zu Verhaltensstörungen, geistigen Behinderungen, geistigen und motorischen Entwicklungsverzögerungen führen. Was aber nicht bedeutet, dass wenn das Kind eins oder mehrere dieser Symptome zeigt, die Mutter während der Schwangerschaft getrunken hat. Einzelne Symptome können auch einen erblichen oder einen anderen Grund haben. FASD ist die häufigste nicht genetische Behinderung von Neugeboren, die aber vermeidbar wäre!

Die Vereinsziele des FASD Deutschland e. V. sind unter anderem die Aufklärung der Öffentlichkeit über die Auswirkungen des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft und Stillzeit (http://www.fasd-deutschland.de Die Hilfe und Förderung von Betroffenen ist dem Verein ebenfalls sehr wichtig. Jedes Jahr kommen in Deutschland rund 3000 Kinder mit der Krankheit zur Welt – die Dunkelziffer ist aber wohl um ein Vielfaches höher, da es oft nicht diagnostiziert wird. Die Gründe sind Unwissenheit oder ein unverdächtiges Erscheinungsbild der Kinder, aber auch weil viele Ärzte die Krankheit nicht erkennen.

Menschen mit FASD bleiben oft ihr Leben lang auf Hilfe angewiesen. Die Betroffenen scheitern oft schon am Schulabschluss. Auffälliges Verhalten ist bei Menschen mit dieser Krankheit aber nicht böswillig, absichtlich oder gar eine Folge falscher Erziehung, sondern neurologisch bedingt. Das wissen viele aber nicht.

Mehr Infos unter: www.fasd-deutschland.de