"Zehn Schläge auf die Handfläche für vergessene Hausaufgaben"

BZ-Extra Redaktion

Von BZ-Extra Redaktion

Fr, 15. Dezember 2017

Schülertexte

ZISCHUP-INTERVIEW mit Abdul Ahmed über seine Schule, die er in seinem Heimatland Syrien besucht hat – über ihre Noten, Regeln und Lehrkräfte.

Abdul Ahmed, 15 Jahre alt, ist aus Syrien. Vor zwei Jahren kam er nach Deutschland und besuchte die Vorbereitungsklasse der Alemannenschule in Denzlingen. Seit diesem Jahr besucht Abdul die achte Klasse, in die auch Sahin Özel und Hussein Safwan gehen. Die beiden haben Abdul Fragen zum Schulsystem in Syrien gestellt.

Zischup: Wie sind die Lehrer?
Abdul: Die Lehrer sind unterschiedlich, manche schlagen uns, manche nicht.
Zischup: Was passiert, wenn man zu spät in die Schule kommt?
Abdul: Wenn man zu spät kommt, muss man nach Hause gehen und dann mit den Eltern zur Schule kommen.
Zischup: Was passiert, wenn du deine Hausaufgaben vergisst?
Abdul: Wenn ich meine Hausaufgaben vergessen habe, bekam ich entweder zehn Schläge auf meine Handfläche mit einem Lineal oder einem Stock. Eine andere Strafe war, mit hochgestreckten Händen und auf einem Bein stehend für eine bestimmte Zeit vor der Wand zu stehen.
Zischup: Wie sieht es mit den Noten aus?
Abdul: Die Noten sind ganz anders, unsere Noten gehen von eins bis zehn, eine eins ist sehr schlecht und eine zehn sehr gut.
Zischup: Wann habt ihr frei?
Abdul: Freitag und Samstag hatten wir keine Schule. In der einen Woche hatten wir zwischen 7.50 und 12 Uhr Schule, in der darauffolgenden zwischen 13 und 16 Uhr. Und so im Wechsel.
Zischup: Wie sehen eure Schulregeln aus?
Abdul: Bei uns herrscht große Disziplin, wir müssen sogar auf die Länge unserer Fingernägel achten. Jede zweite Woche kommt jemand zu uns an die Schule und überprüft alles. Wir müssen Schuluniformen tragen.
Zischup: Wie sehen eure Pausen aus?
Abdul: Nach Schulbeginn wird das Schulgitter geschlossen, niemand kann das Schulgelände verlassen oder betreten, es sei denn, die Eltern sind dabei. In der Pause kommt ein mobiler Bäcker.
Zischup: Wie begrüßt ihr eure Lehrer?
Abdul: Wir begrüßen sie normal – mit "Guten Morgen" oder "Guten Tag", nur sonntags singen wir die Nationalhymne Syriens, aber manchmal auch donnerstags.