Projekt Alte Pfarrscheune

Konzept für Senioren-Wohngruppe in Schuttertal steht

Beate Zehnle-Lehmann

Von Beate Zehnle-Lehmann

Do, 14. November 2019 um 17:30 Uhr

Schuttertal

In Schuttertal entsteht ein Seniorenwohnprojekt, zu dem auch eine Wohngruppe gehört. Hierfür werden bald Alltagsassistentinen gesucht.

Die Umbauten in der Alten Pfarrscheune in Schuttertal sind in vollem Gange. Dort sollen eine selbstverantwortete Pflegewohngruppe, eine Tagesbetreuung und Seniorenwohnungen entstehen. Das Projekt wurde vor mehr als fünf Jahren auf Initiative der Bevölkerung angestoßen und in Arbeitsgruppen konzipiert. Für die Wohngruppe braucht es sogenannte Alltagsassistentinnen, die die Bewohner rund um die Uhr betreuen. "Im Mittelpunkt steht der Alltag, der den Menschen gewohnt erhalten bleiben soll. Es soll eine soziale Gemeinschaft gelebt werden, in der jeder gebraucht und aufgefangen wird wie in einer Großfamilie", sagt Projektleiterin Lucia Eitenbichler.

Die Essenz einer selbstverantworteten Pflegewohngruppe soll sein, dass die Bewohner ihr gewohntes Leben so weit wie möglich weiterführen können. Wer dort einzieht, kann das nicht mehr alleine zu Hause und ist inzwischen auf Hilfe angewiesen. Hier kommen die Alltagsassistentinnen ins Spiel, die sich auf vielfältige Weise kümmern (siehe Info). "Die Menschen sollen in Würde alt werden in ihrer Heimat. In der Wohngruppe können sie den Alltag mitgestalten und ihre Kompetenzen einbringen", sagt Gabriela Griesbaum vom Arbeitskreis.

Die Angehörigen sollen eingebunden sein

Die Wohngruppe bietet Platz für zwölf Bewohner, die tagsüber von zwei Mitarbeiterinnen und nachts von einer Mitarbeiterin betreut werden. Die Angestellten übernehmen leichte pflegerische Tätigkeiten, bei höheren Pflegegraden unterstützen ambulante Pflegedienste. Und auch die Angehörigen sollen stark mit eingebunden sein, wie auch ehrenamtlich tätige Personen. "Die Gruppe ist überschaubar und entsprechend familiär. Es soll gemeinsam gekocht werden oder gewaschen werden nach dem Motto ’Schälst du die Kartoffel?’ oder ’Legst du die Wäsche zusammen?’.

Die Menschen, gerade im ländlichen Raum, haben immer viel gearbeitet und wollen gebraucht werden. Mit der Unterstützung der Mitarbeiterinnen können sie ganz vieles weiterhin machen", erklärt Eitenbichler.

Alltagsassistentinnen für (fast) alle Fälle

Die Qualifikation zur Alltagsassistentin umfasst insgesamt 161 Unterrichtseinheiten. Die Inhalte sind Grundkenntnisse der Alltagsbetreuung, darauf aufbauend werden weitere Grundlagen vermittelt zur pflegerischen Tätigkeit und zu allgemeinen Krankheitsbildern. Die darauf folgenden Module beschäftigen sich mit den Grundlagen der Kommunikation, mit Notfallmaßnahmen in der Altenhilfe und mit der Begleitung von sterbenden Menschen.

Weiter werden Ernährung, Tischkultur, Hygiene, die gemeinsame Gestaltung des Alltags in der Wohngemeinschaft oder die Förderung und Aktivierung der Bewohner Themen in der Ausbildung sein.

"Wir möchten Frauen ansprechen, die sich eventuell beruflich verändern oder wieder ins Berufsleben einsteigen wollen. Wichtig ist dabei die Menschlichkeit. Das wird nicht immer eine leichte Aufgabe sein, aber die Alltagsassistentinnen werden nicht alleine gelassen", so Eitenbichler. Ein anderer Aspekt sei, dass im Schuttertal acht neue Arbeitsplätze entstehen.

Ursula Gruninger, eine der Projektinitiatorinnen, nennt die Pfarrscheune "einen Generationenauftrag der Schuttertaler".

Die Wohngruppe werde von der Familie mitgetragen, es sei eine Form der Gemeinschaft, in der die alten Menschen nicht einsam seien und sich nutzlos fühlten. Man teile sich die Verantwortung: "Wir wünschen uns, dass auch die Bevölkerung ein- und ausgehen kann – es soll ein offenes Haus sein. Denn die Bewohner sollen sich nicht isoliert fühlen, sondern mittendrin."

Für Gabriela Griesbaum bleibt es weiterhin spannend, was hier entsteht: "Wir können sicherlich nicht alles planen, vieles wird sich entwickeln müssen."
Kontakt: Lucia Eitenbichler, Tel. 0160-976 307 69, E-Mail: eitenbichler@schuttertal.de

Weitere Informationen und ein Imagefilm unter www.schuttertal.de