Umstrittener Wohnmobilstellplatz

Der Campingplatz Allmannsweier ist erneut Thema im Ortschaftsrat

Ulrike Derndinger

Von Ulrike Derndinger

Sa, 25. Mai 2019 um 11:15 Uhr

Schwanau

Anwohner sind über das Vorgehen der Verwaltung erzürnt und drohen mit Unterschriftslisten und einem Bürgerentscheid.

Das umstrittene Projekt Wohnmobilstellplatz kommt am Dienstag erneut auf den Tisch. Ein Antragsteller will einen Bebauungsplan für das Gelände des alten Campingplatzes erwirken. Vor etwa einem Jahr hatte das Landratsamt diesen als Bedingung für einen Stellplatz gestellt. Damit flammt der Protest von Anwohnern wieder auf, die eine höhere Verkehrsbelastung und mehr Lärm fürchten. Ortsvorsteherin Ria Bühler hat dafür wenig Verständnis: "Wenn jemand einen Antrag stellt, muss ich das im Ortschaftsrat behandeln."

Die Vorgeschichte: Auf dem gemeindeeigenen alten Campingplatz am Herrenweg plant Antragsteller Martin Zimmermann einen Stellplatz für 23 Wohnmobile auf einem Teilstück, das er pachten will. Ortschaftsrat und Gemeinderat hatten dem Vorhaben Ende 2017 zugestimmt. Das Landratsamt lehnte jedoch ab mit der Begründung, dass die alte Nutzung längst aufgegeben sei. Zwischen 1970 und 2006 war das Gelände als Campingplatz genutzt worden. Nur in einem Bebauungsplanverfahren könnten öffentliche Belange gerecht gegeneinander abgewogen werden, hieß es im März 2018. Damit glaubten die Anwohner, die sich mit Unterschriften gegen das Projekt gewandt hatten, das Thema sei endgültig vom Tisch.

Anwohner wünschen sich ein Freizeitgelände

Dass es jetzt auf der Tagesordnung der nächsten Ortschaftsratssitzung steht, hat Anwohnerin Sabine Doufrain deshalb überrascht: "Wir hätten uns gewünscht, dass wir zuvor gefragt werden. Das ist einfach keine Art", sagte sie der BZ. Ein Zusammenschluss von einem Dutzend Anwohner will nun erneut dagegen protestieren, um zu erreichen, dass die Gemeinde ein Freizeitgelände aus der Brache macht. Doufrain spricht von Unterschriftenlisten und Bürgerentscheid.

Ortsvorsteherin Ria Bühler reagiert mit Unverständnis auf die Vorwürfe. Das Vorgehen der Verwaltung sei korrekt: "Es gibt einen Antrag, den ich behandeln muss und über den die gewählten Vertreter entscheiden. Es ist nicht üblich, Bürger vorher dazu zu befragen." Nach dem Ortschaftsrat muss dann auch der Gemeinderat sein Votum abgeben. Käme der Bebauungsplanverfahren ins Rollen, könnten Bürger sich dazu äußern, betont Bühler. In dem Verfahren werde diskutiert, was die Gemeinde auf dem Gelände wünscht und was nicht. Wie sie selbst zum Vorhaben des Antragstellers steht, wollte Bühler nicht sagen, um der Sitzung nicht vorzugreifen.

Ortschaftsrat am Dienstag, 28. Mai, 20 Uhr, im Rathaus Allmannsweier