Die Nachbarn haben eine City-Managerin

Valentin Zumsteg

Von Valentin Zumsteg

Fr, 08. November 2019

Rheinfelden / Schweiz

Sarina Pensa wurde unter 68 Bewerbern ausgewählt / Sie tritt ihre Stelle im 1. Januar an.

RHEINFELDEN/SCHWEIZ. "Die Vielfalt der Aufgabe reizt mich", erklärt Sarina Pensa. Die 38-Jährige, die noch im Standortmarketing Basel-Stadt in der Fachstelle für internationale Kooperationen arbeitet, wird die erste City-Managerin in der schweizerischen Nachbarstadt. Sie übernimmt eine 80-Prozent-Position. 65 Prozent entfallen auf den Bereich City-Managerin, 10 Prozent auf die Geschäftsleitung der Marketing-Organisation "Rheinfelden Medical" und fünf Prozent auf die Wirtschaftsförderung der Stadt.

Sarina Pensa wohnt mit ihren beiden Kindern und ihrem Ehemann in Riehen. Einen Umzug nach Rheinfelden kann sie sich vorstellen. Das Städtchen kennt sie gut, da sie seit ihrer Gymi-Zeit Freundschaften in Rheinfelden/Schweiz pflegt. Pensa, die im Bezirk Zofingen aufgewachsen ist, hat am Europainstitut in Basel ein Masterstudium in "European-Studies" absolviert. Bevor sie zum Standortmarketing Basel kam, war sie unter anderem im Personal-Marketing von Roche tätig.

Finanziert wird die neue Stelle, die es in dieser Form in Rheinfelden noch nie gab, von der Stadt, der Detaillistenvereinigung Pro Altstadt, "Rheinfelden Medical" und dem Gewerbeverein. Auf die Ausschreibung bewarben sich 68 Personen, wie Marco Veronesi von Pro Altstadt schildert. "Zu Beginn waren wir nicht sicher, ob wir jemanden finden, der die Stelle ausfüllen kann. Doch schon bald zeigte sich, dass es gute Bewerbungen gibt." Sechs Personen kamen in die engere Auswahl.

"Leute kennenlernen"
Aufgabe des City-Managements ist es, "im Sinne eines Kompetenzzentrums an der Schnittstelle zwischen Einzelhandel, Gastronomie, Politik, Bevölkerung und Verwaltung die nachhaltige Entwicklung der Kernzone von Rheinfelden/Schweiz sicherzustellen", heißt es im Job-Profil. Laut Raymond Keller, Präsident des Gewerbevereins, gibt es heute viele Gruppierungen, die sich in ihrem Bereich für das Städtchen einsetzen. "Was noch fehlt, ist eine gute Koordination." Er ist überzeugt, dass das City-Management hier große Chancen bietet.

Pfannenfertige Konzepte für die Entwicklung von Rheinfelden hat Sarina Pensa verständlicherweise noch nicht parat. Sie äußert aber erste Ideen, in welche Richtung es gehen könnte. "Ich möchte neue Ideen aufzeigen, wie das Marketing modernisiert werden kann." Sie will dazu möglichst schnell alle Ansprechpartner kennenlernen und herausfinden, wo Synergien genutzt werden können.

Die Immobilienbesitzer möchte sie unterstützen, leerstehende Lokale mit neuen Ideen zu beleben. Auch im Gastrobereich sieht sie großes Potential. "Das Einkaufen muss zum Erlebnis werden. Ich möchte alles daran setzen, dass die Besucher länger in Rheinfelden/Schweiz bleiben und positive Geschichten zu erzählen haben, wenn sie wieder gehen", sagt Pensa. Dass Rheinfelden mit seiner Lage am Rhein, dem Inseli und der schönen Altstadt gute Karten hat, davon ist sie überzeugt. So sei zum Beispiel das Rheinschwimmen ein Megatrend, den Rheinfelden noch stärker für sich nutzen könne. "Als City-Managerin trage ich viele Hüte. Ich koordiniere, berate, erkenne Synergien und entwickle Projekte. Ich freue mich auf die Aufgaben. Das wird spannend. Ich bin definitiv keine Verwalterin." Wie Marco Veronesi erklärt, fiel der Entscheid für Sarina Pensa einstimmig. Die Finanzierung der Stelle ist für drei Jahre sichergestellt.