Asylunterkunft Bremgarten

Strenge Regeln, eingeschränkte Freiheit

Marlena Maerz

Von Marlena Maerz

Sa, 17. August 2013

Schweiz

Asylsuchende im Schweizer Bremgarten haben sich an strenge Regeln zu halten, ausländische Medien reagieren empört – und die Kleinstadt ist plötzlich bekannt.

An einem schwarzen Sichtschutzzaun hängt ein gelbes Plastikschild: "Unbefugten ist der Zutritt verboten." Etwas weiter ist ein ausgedruckter Zettel in Klarsichtfolie befestigt: "Fotografieren verboten." Der rund zwei Meter hohe Sichtschutzzaun steht vor dem Eingang der Bundesunterkunft für Asylsuchende im schweizerischen Bremgarten, die vor knapp zwei Wochen eröffnet wurde. Zutritt zur Unterkunft haben nur Mitarbeiter oder Personen, die eine Genehmigung des Bundesamts für Migration (BFM) haben. Ausgang haben Mitarbeiter, Personen, die eine Genehmigung des Bundesamtes für Migration haben und die Asylbewerber. Letztere nur von 9 bis 17 Uhr. Am Wochenende können sie von Freitagmorgen 9 Uhr bis Sonntagabend 19 Uhr ausgehen, aber nur wenn sie vorher Bescheid sagen. So lauten die Regeln, die das BFM aufgestellt hat und die es auch in anderen Asylunterkünften in der Schweiz gibt.

Die Unterkunft liegt etwas abseits der Stadt auf einer großen Wiese. Sie gehört zu einer Kaserne der Schweizer Armee. Beton-Holz-Bauweise mit Pultdach – von Weitem sieht sie eher aus wie ein Schulhaus. Bis zu 150 Asylbewerber können hier untergebracht werden, zurzeit sind es 44. In Bundeszentren wie in Bremgarten werden Asylsuchende aufgenommen, deren Anträge kaum Chancen auf Erfolg haben. Etwa vier bis acht Wochen werden die Asylbewerber hier bleiben.

"Es ist nicht gut, dieses Camp", sagt ein 41-jähriger Albaner in gebrochenem Deutsch. Er fühle sich behandelt wie ein Krimineller. Mit seiner Frau und seinen Kindern sei er an diesem Tag in Bremgarten angekommen. Er ...

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