Nach 200 Fahrten

Süddeutscher Händler schmuggelt 40 Tonnen Fleisch in die Schweiz

BZ-Redaktion & Tamara Keller

Von BZ-Redaktion & Tamara Keller

Do, 21. Februar 2019 um 11:19 Uhr

Schweiz

Ein Mitarbeiter eines Großhändlers brachte über mehrere Jahre hinweg 40 Tonnen unverzollte Waren in die Schweiz. Dem Staat entgingen Abgaben von 400 000 Franken. Gegen 12 Personen wird ermittelt.

Die illegalen Grenzübertritte des Mitarbeiters eines Lebensmittelgroßhändlers aus dem Süddeutschen Raum erfolgten jeweils in seinem Privatauto im Raum Schaffhausen. Laut einer Mitteilung der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) handelte es sich bei den Lebensmitteln vor allem um Waren, für welche bei der Einfuhr hohe Zölle entrichtet werden müssen, zum Beispiel Fleisch- und Wurstspezialitäten sowie Butter und Öl. Dadurch entgingen dem Staat Abgaben in der Höhe von über 400 000 Franken.

Fünf Abnehmer aus der Deutschschweiz

Abnehmer der geschmuggelten Lebensmittel waren elf verschiedene Groß- und Detailhändler von portugiesischen Spezialitäten in fünf Kantonen der Deutschschweiz. Die Waren wurden jeweils knapp unter den üblichen Handelspreisen verkauft. Das gab die Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) am Donnerstag in einer Mitteilung bekannt, da die Voruntersuchungen nun abgeschlossen sind.

Dem Mann und elf weiteren Personen kam der Zoll auf die Spur, nachdem er bei jeweils einer Kontrolle im Jahr 2015 und 2016 mit geschmuggelter Ware erwischt worden war. Als der Mann ein zweites Mal erwischt wurde, hegte die EZV den Verdacht, dass es sich nicht um eine einmalige Sache sondern um etwas gewerbsmäßiges handeln müsse, wie ein Mediensprecher der EZV auf Anfrage der Badischen Zeitung mitteilte.

200 Fahrten in die Schweiz

Laut der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) ergaben Ermittlungen, dass der Beschuldigte bei rund 200 Fahrten knapp 40 Tonnen unverzollte Lebensmittel in die Schweiz brachte. Teilweise hatte der Mann mehrere hundert Kilo Fleischwaren gleichzeitig dabei. Die EZV hat gegen 12 Personen eine Zollstrafuntersuchung eingeleitet. Von den Beschuldigten werden Abgaben in der Höhe von über 400 000 Franken nachgefordert. Sie müssen zudem mit einer empfindlichen Buße rechnen. Zurzeit sind noch einzelne Beschwerden gegen die Abgabenverfügungen hängig.

Gute Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden

Die EZV betont, dass für solche Untersuchungen eine gute Zusammenarbeit notwendig ist. So war auch die Deutsche Zollbehörde mit Durchsuchungen und Beschlagnahmungen von Beweismitteln beteiligt.