Seit 90 Jahren ist der Chor ein wichtiger Teil des kirchlichen Lebens

Cornelia Liebwein

Von Cornelia Liebwein

Di, 25. Juni 2019

Häusern

Der Kirchenchor St. Fridolin in Häusern feiert am 21. Juli seinen 90. Geburtstag / Festgottesdienst und anschließender Empfang.

HÄUSERN. 90 Jahre sind vergangen, seit die Gründer den Grundstein des Kirchenchores St. Fridolin legten – seither hat die Chorgemeinschaft Höhen und Tiefen erlebt. Am Sonntag, 21. Juli, werden die Sänger mit Dirigentin Valerie Nyre und dem Vorsitzenden Martin Müller nach dem Festgottesdienst um 10 Uhr beim anschließenden Empfang mit ihren Gästen auf dieses Jubiläum anstoßen.

Viele Menschen haben über viele Jahre ihre Zeit an Sonn- und Festtagen dem Chor zur Verfügung gestellt. Unzählige Stunden Arbeit und Mühen in den Proben, aber auch Wohlklang und musikalisches Erleben sind mit dem Jubiläum verbunden. 1929 wurde der Kirchenchor unter der Leitung des Hauptschullehrers Bauer gegründet. "Die Freude zum Lobgesang Gottes währt bis 1936, als man auf Grund des Ausbruchs des zweiten Weltkrieges bis im Advent 1946 die Tätigkeit einstellt", berichtet Martin Müller.

Die gesangliche Frische, die dann Hauptschullehrer Heinrich Lauinger, seines Zeichens Chorleiter, Schriftführer und Organist, leitet, kommt nach der Wiedergründung aus 59 Kehlen. Allein vom langjährigen Chormitglied Angelika Böhler sind fünf Familienangehörige mit dabei. Auch Förderer und Mitgründer Ernst Humpert, Direktor im Schluchseewerk, singt mit. Und bereits der Festgottesdienst mit St. Blasiens Stadtpfarrer Karl Schweizer des ersten Weihnachtens lebt von dem Reichtum einer Choralmesse. "Unser Chor tritt hauptsächlich an kirchlichen Festtagen auf, manchmal auch an weltlichen Veranstaltungen", sagt Müller. Hoch auf dem rustikalen Kohlenwagen des Schluchseewerks fährt die Gemeinschaft beim ersten Ausflug nach dem Krieg nach Niederwinden. "Weitere Ausflüge nach Urberg, Nöggenschwiel und andere Orte unternimmt man meist auf Schusters Rappen", weiß das langjährige Chormitglied Hannelore Lebtig. Später gibt es alle zwei bis drei Jahre einen mehrtägigen Ausflug.

1951 rufen die Chorverantwortlichen die erste Flur- und Fronleichnamsprozession ins Leben. Gleichzeitig erleben die Vertreter des Chorgesangs in der Folgezeit die Verwandlung der Dorfkirche von einer Dorfkapelle zu einem stattlichen Gotteshaus. Das Läuten der neuen Glocke, die im November 1949 zum ersten Mal ertönt, ist allerdings kein erfreulicher Anlass, sie läutet als Totenglocke des Förderers Ernst Humpert. Die Sänger bereitet den Menschen in den Folgejahren nicht nur mit ihrer klingenden Verkündigung Freude, alljährlich stehen sie lange Zeit immer an Dreikönig auf der Bühne und präsentieren ein Theaterstück, und, ebenfalls um Geld in die Vereinskasse zu spülen, organisieren sie ab 1977 am Dorffest in jedem Jahr eine Tombola, seit Jahren arrangieren sie in der Jugendaktivwoche den Abschlussgottesdienst.

Das Entstehen 1951 der Häuserner Pfarrkuratie, als sich die Häuserner von der Seelsorgeeinheit St. Blasien lösen und sich ihnen Blasiwald anschließt, war 1978 Vergangenheit. Seit damals gehören die Höchenschwander und Häuserner Pfarrgemeinden zusammen. In die Reihe der sechs Chorleiter reiht sich von 1963 bis 1995 der weit bekannte Chorleiter Hubert Ehret ein, Bundesverdienstkreuzträger, oder von 1995 bis 2009 Kurt Siegert. Dirigentin Valerie Nyre übernimmt als sechste Dirigentin in der Geschichte des Chores 2009 eine kleine Anzahl von aktiven Sängern. Dank der Dirigentin finden sich in den Folgejahren 14 neue Mitglieder. Insgesamt beschreibt Nyre ihren Chor als eine sehr treue und fleißige Gruppe von Sängern und schätzt die hohe Probenfrequenz und den sehr freundschaftlichen Umgang miteinander.