BZ-Alltagswissen

Sind Katzen tatsächlich Naschkatzen?

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Fr, 30. April 2021 um 16:26 Uhr

Umwelt & Natur

Feinschmecker auf vier Pfoten? Warum Menschen, die gerne Süßes essen, ausgerechnet als Naschkatzen bezeichnet werden, können sich Fachleute nur schwer erklären.

Denn tatsächlich sind Katzen – sowohl die Hauskatzen als auch wilde Großkatzen – süßblind, das heißt, sie können den Geschmack "süß" gar nicht schmecken. Ihnen fehlt ein bestimmtes Gen, so dass der für "süß" zuständige Geschmacksknospenrezeptor nicht ausgebildet werden kann.

Süßigkeiten können Katzen sogar gefährlich werden. "Der Stoff Theobromin, der vor allem in dunkler Schokolade enthalten ist, kann zu einer Vergiftung und zum Tod führen", sagt Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund. Statt süß bevorzugen Katzen proteinreiche Nahrung, Geschmacksrichtung "umami".

Vielleicht, mutmaßt Schmitz, rührt die Bezeichnung Naschkatze daher, dass Katzen sehr wählerisch sind, was ihr Futter angeht: Sie probieren oft nur und lassen es stehen, wenn es ihnen nicht schmeckt, sie also nur mal "genascht" haben. "Sie essen natürlicherweise viele kleine Portionen über den Tag verteilt", sagt Schmitz, "das könnte man auch als Naschen bezeichnen."

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