... als Dartspieler bei der Europameisterschaft in Italien?

Wie ist es eigentlich: "Unmögliches möglich gemacht"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 21. Juni 2019

Sonstige Sportarten

Dort seinem liebsten Hobby nachgehen, wo andere Urlaub machen: Michael Rümmele, 32, aus Häg-Ehrsberg kommt in Europa viel herum – als Darts-Spieler. Vor zehn Jahren entdeckte der Maschinenführer die Liebe zum Wurfspiel mit den drei Pfeilen. Für die diesjährige Europameisterschaft qualifizierte sich Rümmele, der unter anderem in der hiesigen Regio-Dart-Liga spielt, über sein Engagement in der Schweiz. Der BZ schilderte Rümmele seine Eindrücke von den Titelkämpfen im italienischen Caorle.

Dort seinem liebsten Hobby nachgehen, wo andere Urlaub machen: Michael Rümmele, 32, aus Häg-Ehrsberg kommt in Europa viel herum – als Darts-Spieler. Vor zehn Jahren entdeckte der Maschinenführer die Liebe zum Wurfspiel mit den drei Pfeilen. Für die diesjährige Europameisterschaft qualifizierte sich Rümmele, der unter anderem in der hiesigen Regio-Dart-Liga spielt, über sein Engagement in der Schweiz. Der BZ schilderte Rümmele seine Eindrücke von den Titelkämpfen im italienischen Caorle.

Das Teilnehmerfeld war riesig: Ich schätze, um die 1 200 Spielerinnen und Spieler waren da, aus zwölf Nationen wie beispielsweise Deutschland, Italien, Kroatien, Slowenien und der Türkei. Die European Dart Union mietete in Caorle eine große Halle, aufgestellt waren 139 Dart-Automaten. Einige Spieler griffen wegen des Lärmpegels zu Oropax. Ich bin den Trubel inzwischen gewohnt: Sobald ich an der Linie stehe, befinde ich mich im Tunnel. Was links, rechts oder hinter mir ist – das nehme ich in diesem Moment nicht wahr.

An den sieben Turniertagen konnte jeder Spieler sich für diverse Einzel- oder Mannschaftswettbewerbe anmelden. Im Einzel spielte ich mehrere Turniere, richtig gut lief es für mich aber nur an zwei, drei Tagen. Teilweise hängt es auch von der Auslosung ab, ob man ein Glückslos erhält oder gleich einen Top-Gegner. Meine beste Platzierung war ein neunter Platz. Ein Erfolg, weil ich eben gegen große Namen spielte, auch mal ein Duell drehte. Der Sieg ging übrigens an den kroatischen Top-Spieler Boris Krcmar, ein Profi.

Außerdem besiegte ich Sascha Stein, der zu den Top Vier der Bundesliga-Spieler zählt, mit 2:0. Meine Kollegen pushten mich während des Spiels dermaßen, dass ich das Unmögliche möglich machte. Auch wenn bei mir die Triple 20 und Triple 19 reinliefen, siegessicher war ich noch nicht. Denn im Darts heißt es: "Triple is funny, Double makes the money." Sprich, du kannst mit Triple-Würfen noch so schön herunterspielen, das nützt nichts, wenn du am Ende die Doppel nicht triffst.

In meinen besten Spielen im 501 Master Out warf ich einmal in der vierten, einmal in der fünften Runde aus. Eine Top-Leistung, und die gelang mir just gegen einen Deutschen. Ich hatte mich ja mit Jens Biermann, Simon Lang, Lothar Schlageter und Sandra Schlageter als Team "DC Triff Nix" in der Schweiz qualifiziert, bei der EM traten wir daher unter eidgenössischer Flagge an. Mit der Mannschaft wurden wir Fünfter, womit ich nicht zufrieden bin. Denn was schade ist: Es meldeten auch Teams für unsere Kategorie B, die eigentlich zur A-Klasse zählen. Für die Spieler aus unserer Region lief es durchaus gut: Jens Biermann gewann Bronze im Doppel-Dyp, Marco Obst (beide Rheinfelden) und Dirk Kammann (Grenzach-Wyhlen) wurden Fünfte der Doppel-EM, Kammann zudem einmal Fünfter im Einzel.

Für mich war es die fünfte EM-Teilnahme, zum dritten Mal in Folge fand das Turnier in Caorle statt. Ein kleine Stadt östlich von Venedig am Mittelmeer gelegen, mit einer richtig schönen Altstadt. Abends gingen wir mit der Mannschaft gemütlich essen, waren auch mal am Strand.

Wenn sich die Gelegenheit bot, schaute ich mir während des Turniers auch andere Spieler an, wie Boris Krcmar oder Kevin Münch, einer der deutschen Top-Spieler, er nahm 2018 an der PDC-Weltmeisterschaft teil. Man kann sich einiges abschauen, beispielsweise im Wurfstil. Aber man muss wissen: Top-Spieler wie Rekordweltmeister Phil Taylor leisten sich Personal Trainer und trainieren sechs, sieben Stunden am Tag.