Zwei Teams, zwei Medaillen – TV Zell verteidigt EM-Titel

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 12. Juli 2019

Sonstige Sportarten

Cheerleader gewinnen bei der Europameisterschaft in Heidelberg Gold und Silber / "Fehlerfreies Programm gezeigt".

CHEERLEADING (BZ). Sie sind längst raus aus der Schmuddel-Ecke leichtbekleideter Anfeuerer-Gruppen, die beim American Football oder Baseball lediglich für die Animation des Publikums zuständig sind. Cheerleading wird schon längere Zeit auch als Wettkampfsport betrieben, ähnlich dem artverwandten Tanzen sind Pflichtelemente gefordert, die von den Punktrichtern auf ihre den Regeln entsprechende Ausführung und den Schwierigkeitsgrad überprüft und bewertet werden.

Der TV Zell ist mit seiner Cheerleading-Abteilung eine feste Größe in diesem Genre. Mehr noch: Es hat inzwischen Tradition bei den internationalen Meisterschaften, dass der Verein aus dem Wiesental eine tragende Rolle bei den renommierten Wettkämpfen spielt. Vor einem Jahr gewann der Club in einer Kategorie die Europameisterschaft, in Heidelberg wurde der EM-Titel nun erneut vergeben – und verteidigt. Siegerin Jasmin Urschinger war happy. "Wir haben wieder einmal ein fehlerfreies Programm gezeigt", sagte sie. Sie sei "unheimlich stolz mit dieser klasse Leistung den Titel verteidigt zu haben", erklärte die Zellerin unmittelbar nachdem die Platzierungen bekannt gegeben worden waren.

Mit Kai Peters gewann sie wie schon vor einem Jahr den "Senior Partnerstunt Mixed", bei dem Akrobatik und Hebefiguren wie Pyramiden prägende Elemente sind. Sehr konzentriert seien "KaJa" als erstes Duo auf die Matte gegangen und hätten ein technisch sauberes und "ein fehlerfreies Programm" hingelegt, teilte der Club mit. "Hit Zero" heißt das in cheerleaderisch. Ihre Synchronität und Vielfalt überzeugten die Jury offensichtlich.

"Ich bin völlig aufgelöst, damit haben wir nicht gerechnet."

"Vor ausverkaufter Halle" im Olympia Stützpunkt Rhein-Neckar, so der TV Zell, gewannen Peters/Urschinger bei den 24. Titelkämpfen der European Cheerleader Association ihre Kategorie unangefochten. Nationale Erfolge haben schon eine gewisse Gewohnheit für das erfolgreiche Duo, für Kai Peters sind aber auch die international beachtlichen Leistungen offenbar nichts Besonderes mehr. Der Titel sei das Ziel gewesen. "Dafür haben wir trainiert und viele Stunden in den Trainingshallen in Zell verbracht", sagte er nach dem erneuten Gewinn der Europameisterschaft. Die Konzentration war da, die Elemente passten. Es habe "alles auf den Punkt geklappt", so Peters, der die deutschen Cheerleader mit Jasmin Urschinger vor zwei Jahren auch schon bei der Weltmeisterschaft in Japan vertrat.

Komplett überraschend sei dagegen der Gewinn der EM-Silbermedaille für den TV Zell im Urban Dance gekommen. Die Schwestern Jule und Jana Urschinger hätten in der Kategorie Hip-Hop-Straßentanz "eine mitreißende Choreografie" gezeigt, wie der Verein mitteilte. "Mit enormer Energie, Ausstrahlung und mit Enthusiasmus erreichten sie in einem überaus großen Starterfeld völlig überraschend den zweiten Platz und dürfen sich nun Vize-Europameister nennen", hieß es weiter.

Als Team "Irresistible sisteract" ließen sie in Heidelberg die Konkurrenz komplett hinter sich und sorgten für Erstaunen. "Ich bin völlig aufgelöst, damit haben wir nun überhaupt nicht gerechnet", sagte Jana Urschinger. "Wir haben unser Programm zur deutschen Meisterschaft nur leicht abgeändert, aber dass das so einschlägt haben wir uns nicht erträumt", ergänzte sie nach ihrer hochbewerteten Darbietung.

Mutter und Trainerin Anne Urschinger sah die Trainingsarbeit belohnt. "Auch wenn in den Trainingseinheiten die eine oder andere Träne gekullert ist, hat sich der Aufwand und das Durchhalten gelohnt", sagte die Abteilungsleiterin beim TV Zell. Sie sei "megastolz auf die beiden Teams". Beide Teams hätten "der großen europäischen Konkurrenz eindrucksvoll gezeigt, was sie sich hart erarbeitet haben".

1 600 Cheerleader aus elf Nationen

Das Zeller Cheerleader -Quartett hatte sich über die deutsche Meisterschaft im Mai in Koblenz für die Europameisterschaft qualifiziert. Es war eine Großveranstaltung: 1 600 Aktive aus elf europäischen Ländern, und damit so viele wie nie, waren in Heidelberg vertreten. Das größte Teilnehmerfeld stellte Deutschland, gefolgt von Großbritannien und der Ukraine.