Aufstieg im Visier

Uwe Rogowski

Von Uwe Rogowski

Mi, 11. Dezember 2019

Basketball

Basketball-Landesligist TV Weil stürzt den Tabellenführer kann am Sonntag Herbstmeister werden.

WEIL. Ganz vorne stehen sie nicht, die Weiler Basketballer. Doch vielleicht ist das auch ganz gut so, denn oft ist es im Sport keine schlechte Option, wenn die Konkurrenz einen nicht von Beginn an auf dem Zettel hat. Dass der TVW in dieser Saison das Format eines Landesliga-Spitzenteams mitbringt, haben die Weiler zum wiederholten Mal gezeigt. Der als Tabellenführer angereiste TSV Ettlingen schien vom intensiven Spiel der Weiler überfordert, mindestens überrascht. "Wir haben gleich Gas gegeben", so Spielertrainer André Grethler. Nur zu Beginn lagen die Gäste, die zwei XXL-Center mit 2,10 Meter aufbieten können, kurz in Führung, danach ging die Post ab und Ettlingen war ohne Chance.

89:73 (23:14, 32:21, 16:20, 18:18) gewannen die Weiler. Die Verteidigung habe sich im Laufe des Spiels "zu einem Bollwerk" entwickelt, berichtet der TVW-Vorsitzende Ulrich Obrist. Während Spielmacher Yilmaz Hacioglu die Weiler "in Hochgeschwindigkeit übers Feld" getrieben habe und der TVW "zu spektakulären Abschlüssen" kam, wie etwa bei fünf Dreiern von Mhedi Dhini (23 Punkte), blieben die Gäste auf dem Weg in die Zone immer wieder stecken. Bereits zur Halbzeit (55:35) hatten die Weiler einen derart komfortablen Vorsprung herausgeworfen (55:35), dass man diesen "nur noch nach Hause bringen" musste, wie Grethler befand, der angeschlagen nicht mitwirken konnte.

Yilmaz Hacioglu, vor der Saison vom CVJM Lörrach gekommen, hatte seine Mitspieler optimal eingesetzt, den Rhythmus bestimmt und auch den Blick zurück initiiert. Der beste Weiler Faktor war an diesem Tag allerdings die offensive Ausgeglichenheit. Die Ettlinger mussten jeden Weiler intensiv verteidigen, von überall wurde gepunktet. Sie nahmen viele Würfe, trafen aber auch regelmäßig. Gleich fünf Weiler punkteten zweistellig, wie Routinier Andreas Michel (14) und der Ex-Lörracher Alexey Nowak (21), der mit einem Schnitt von 22,8 zweitbester Werfer der Liga ist. Er knickte um, muss aber wohl nicht aussetzen. Der sechste Sieg im achten Saisonspiel war ungefährdet. Als sich ein Ettlinger Aufbauspieler einen Achillessehnenriss zuzog, drückte das auf die Stimmung und nahm das letzte Engagement aus der Partie.

Mit dem klaren Sieg überholten die Weiler den TSV und stürzten das zweite Spitzenteam in dieser Saison. Dem PSG Pforzheim hatte der TVW im Oktober die erste Saisonniederlage beschert (78:75). "Wir wissen, dass wir zu den drei besten Teams der Liga gehören können", sagt Grethler, man habe sich gut verstärkt, unter die ersten Zwei wolle man schon kommen und damit den Aufstieg ins Visier nehmen. Mit einem Sieg beim TV Mühlacker am Sonntag wären die Weiler Herbstmeister. Und damit raus aus dem Windschatten.