Fast wie bei Olympia 1972

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Mi, 30. Oktober 2019

USC Freiburg Basketball Männer

Einwerfen, fangen, treffen: USC-Team gewinnt in letzter Sekunde.

BASKETBALL (gg). Das sind im Basketball vielleicht die schönsten Siege: Wenn sie knapp ausfallen, nach ständigem Rückstand zustande kommen, ein einziger Wurf über Wohl und Wehe entscheidet – und dieser Wurf in allerletzter Sekunde abgegeben wird. Alle diese Kriterien waren erfüllt, als der USC Freiburg am Samstag in der zweiten Regionalliga der Männer 76:75 (42:45) in Zuffenhausen triumphierte.

Die Szene mit ultimativem Charakter: Eine Sekunde vor Spielschluss, beim Stand von 75:74 für die Württemberger, gibt es in der Zuffenhausener Hälfte Einwurf von der Seite für die USC-Auswahl. Eine Sekunde, das ist ein Mückenschiss in der Geschichte des Basketballs. Aber es ist genug Zeit, um ein Spiel zu drehen. Man frage die US-Nationalmannschaft von 1972, als sie bei Olympia in München das Finale gegen die Sowjetunion nach einem Pass über das gesamte Spielfeld mit anschließendem Korbleger verlor (50:51).

Nun muss man wissen: Die Uhr beginnt im Basketball erst dann zu ticken, wenn der Einwurf von einem anderen Spieler als dem Einwerfenden berührt wird. In diesem Fall war USC-Spielmacher Georgios Spanos der Einwerfer. Der USC-Akteur schleuderte den Ball unter den Korb, wo sich der 2,08 Meter große Center Alexander Andreev von seinem Gegner weggeschlichen hatte, die orangene Kugel im Sprung mit den Händen fing und sie sogleich im Flug im Korb versenkte. Der Rest war emotional sehr ähnlich zum Olympia-Endspiel 1972: Riesenjubel auf der einen Seite und völlige Verzagtheit auf der anderen.

Der USC Freiburg, bei dem Lukas Schäfer (16/davon 3 Dreier), Georgios Spanos (13/3), Carsten Fuchs (12/1) und Chimba Mucheba Zimba (10) zweistellig punkteten und der insgesamt zehn Dreier versenkte, drehte damit eine Partie, bei der er die meiste Zeit im Hintertreffen gelegen hatte. Trainer Niko Meyer sagte: "Wir haben toll gekämpft und einen wichtigen Sieg errungen in einer Partie, bei der es lange Zeit nach einer Niederlage aussah." Nach sechs Spieltagen sind die Breisgauer mit vier Siegen und zwei Niederlagen Tabellensechster, Zuffenhausen wird ist bei einem Erfolg und fünf Niederlagen Elfter.

Am kommenden Samstag (19.30 Uhr) spielen Meyers Akteure daheim in der Sepp-Glaser-Sporthalle gegen den Tabellenachten Söflingen (drei Siege, drei Niederlagen).